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Neuss: Die Bürgerstiftung forstet nach "Ela" auf

Neuss : Die Bürgerstiftung forstet nach "Ela" auf

Die 2008 gegründete Bü.NE versucht dort einzuspringen, wo sinnvolle Projekte aus Geldmangel zu scheitern drohen. So unterstützen 21 Sponsoren ihre Aufforstungs-Initiative. Neue Bäume sollen als Ersatz für "Ela"-Opfer gepflanzt werden.

Spontan haben 21 Sponsoren insgesamt 3000 Euro zusammengetragen. Die Summe wird vom Land NRW verdoppelt und in die Neupflanzung von Bäumen im Stadtgebiet investiert. Der Standort für die angestrebte Aufforstung steht noch nicht fest. "An der technischen Umsetzung arbeiten wir", räumt Wilfried Enders (65) ein, "wir möchten nämlich, dass die gepflanzten Bäume eindeutig unserer Initiative zu zuordnen sind."

Es sei wichtig, dass die Sponsoren, die Beträge zwischen 30 und 1000 Euro überwiesen haben, mit einem konkreten Erfolgserlebnis belohnt würden. Enders, Leiter des Bürgerstiftung-Büros an der Sternstraße, hofft, dass noch weitere Spenden eingehen: "Unser Projekt ist teuer. Für Zuwendungen sind wir daher sehr dankbar. Auch aus der Kasse der Bürgerstiftung werden wir einen Betrag zur Verfügung stellen."

Der Pfingststurm "Ela" hatte auch in Neuss gewütet. Viele Bäume verloren Äste, wurden umgeknickt oder entwurzelt. Die schweren Sturmschäden sind auch acht Wochen nach dem Unwetter im Stadtbild unübersehbar. Mit ihrer Aufforstungs-Initiative will die Bürgerstiftung Neuss (Bü.NE) zumindest für einen kleinen Ersatz sorgen. Das Projekt passt nach Auffassung des Bü.NE-Vorstandes um Beate Roderigo sehr gut in die Aufgabenstellung der 2008 gegründeten Stiftung, die sich unter anderem dafür stark macht, in der Stadt die Lebensqualität zu verbessern. Wo die Bäume angepflanzt werden, wird derzeit mit Vertretern des Grünflächenamtes abgestimmt. Für das Baum-Projekt hat die Stiftung eigens einen Arbeitskreis eingesetzt, der von Dorothea Gravemann geleitet wird.

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Die Bürgergesellschaft bündelt gesellschaftliche Kräfte, um in Bereichen Akzente zu setzen, die von Behörden und Institutionen nicht gefördert werden können. Dazu setzt die Bü.NE Geld ein, aber ebenso investieren ihre Mitstreiter kreative Ideen, viel Zeit und tatkräftige (Hand-)Arbeit. Das vielleicht bekannteste Bü.NE-Projekt ist die Gestaltung der Elektro-Kästen in der Innenstadt durch Schüler. Neue Bemalung weiterer Kästen ist nicht vorgesehen, wohl aber lässt die Stiftung die "Farbkästen" professionell reinigen und auffrischen. "Uns ist das adrette Erscheinungsbild wichtig", sagt Wilfried Enders.

Die Zinserträge, die das Stiftungskapital von 145 000 Euro abwirft, reichen nicht, die vielen gute Ideen der Bü.NE zu finanzieren. Darum versuchen die Bürgerstifter, über pfiffige Aktionen Geld einzusammeln. So werden demnächst wieder zwei "Sahnehäubchen" verlost. Dahinter verbergen sich Erlebnisse, die nicht zu kaufen sind. So werden zwei Gewinner ermittelt, die am Schützenfest-Samstag (30.) dabei sein können, wenn auf dem Westturm der Basilika St. Quirin die Fahne zur Festeröffnung (Einböllern von oben) gehisst wird. Auch gibt es wieder zwei Karten zu ergattern, die dazu berechtigen, die Königsparade der Schützen (31. August) aus dem Rathaus zu verfolgen. Mit dem Erlös aus dem Loseverkauf bezahlt die Bü.NE einige ihrer Projekte.

(NGZ)