Die Big Band des Gymnasiums Jüchen spielt beim Niederrhein-Musikfestival

„Latin Night“ im Gymnasium Jüchen : Jüchener Big Band beim Niederrhein-Musikfestival

Bei der „Latin Night“ in der Aula des Jüchener Gymnasiums begegnete das Schulorchesters den Profis auf Augenhöhe.

„Das Niederrhein-Musikfestival geht von meiner tiefen Überzeugung aus, dass alle Musik miteinander verknüpft ist und Menschen zusammenbringt.“ Diese Überzeugung der künstlerischen Leiterin des Festivals, Anette Maiburg, führt zwangsläufig zu Begegnungen, etwa auch in Workshops. Ein solches Arbeitsseminar, das Künstler des Niederrhein-Festivals im vergangenen Jahr im Gymnasium Jüchen veranstalteten, führte nun mit der „Latin Night“ zu einem Gipfeltreffen der besonderen Art: Im Atrium des Gymnasiums Jüchen traf das Festival-Ensemble auf die Big Band des Gymnasiums.

Nun ist dieses Schüler-Ensemble ein Schwergewicht und seit vielen Jahren als musikalischer Botschafter der Stadt unterwegs. Es hat schon mit der WDR-Big Band gespielt und sammelt regelmäßig bei „Jugend jazzt“ Preise, zuletzt im vergangenen Jahr. Gleichwohl bestritt den ersten Teil des lateinamerikanischen Programms im vollbesetzten Atrium das Festival-Ensemble mit Rosani Reis (Gesang), Anette Maiburg (Flöte), Noah Reis-Ramma (Klavier), Florian Gerhards (Trompete), Pedro Trigo Santana (Bass) und Amoy Ribas (Percussion). Der Bossa Nova „Insensatez“ (How Insensitive) von Antonio Carlos Jobim war geradezu programmatisch: Der Sänger, Pianist und Gitarrist war der einflussreichste Komponist Brasiliens nach den 1960er Jahren. Perfekte lateinamerikanische Musik aus Brasilien, aber auch Argentinien, sorgte für begeisterte Stimmung im Atrium. Vollkommen integrierte die temperamentvolle Komposition „Belo Horizonte“, die der 19-jährige Noah Reis-Ramma für das gesamte Ensemble geschrieben hat.

Mit Antonio Carlos Jobim begann auch nach der Pause die Big Band unter der Leitung von Jörg Enderle. Sein berühmtestes „Garota de Ipanema“ (The Girl from Ipanema) sangen Rosani Reis und die 17-jährige Sängerin der Big Band, Finja Selke, gemeinsam. Die Schüler blieben mit ihrem satten Sound bei Swing, Blues und Mambo und ihrer Perfektion nicht hinter den Profis zurück. Gleichwohl war der Höhepunkt, als beide Ensembles gemeinsam den Samba-Rock „Mas que nada“ (portugiesisch, bedeutet etwa „Okay!“) zelebrierten. Ursprünglich von Jorge Ben komponiert, wurde die Coverversion von Sérgio Mendes (1966) berühmt. Diese musizierten auch Ensemble und Big Band. Die anhaltende Forderung nach Zugabe bedienten nun beide Ensembles mit der Wiederholung des „Girl from Ipanema“.

(Nima)