Diakoniewerk Neuss-Süd stellt sich neu auf

Sozialer Dienstleister: Diakoniewerk Neuss-Süd will weiter wachsen

Der große soziale Dienstleister gibt sich eine moderne Struktur. Erste Aufsichtsratsvorsitzende wurde Jutta Kelleter aus Weckhoven.

Das Diakoniewerk Neuss-Süd, mit rund 500 Mitarbeitern ein mittelständisches Unternehmen, bleibt auf dem eingeschlagenen Wachstumskurs. Mit der Stadt steht der Sozialverband in Verhandlungen zur Übernahme weiterer Kitas in eigene Trägerschaft, und namentlich in Kaarst will das Werk seine Angebote im Bereich der Altenhilfe ausbauen. Zudem soll das Altenpflegeheim „Heinrich-Grüber-Haus“ in Weckhoven mit den benachbarten Altenwohnungen zukunftsfit gehalten werden.

Den modernen Unterbau, um dieses Wachstum zu organisieren, gab sich der soziale Dienstleister auf der jüngsten Mitgliederversammlung, als erstmals ein Aufsichtsrat installiert wurde. An dessen Spitze wählten die Mitglieder die langjährige SPD-Stadtverordnete Jutta Kelleter (60).

Kelleter kennt das Diakoniewerk der evangelischen Kirchengemeinde Neuss-Süd in all ihren Facetten. Seit mehr als 20 Jahren ist die Weckhovenerin Mitglied im Trägerverein, seit 16 Jahren in dessen Vorstand. Dort war sie zuletzt Schatzmeisterin. Mit dieser Erfahrung und der Kenntnis aus vielen Jahren Mitarbeit im Verwaltungsrat des Neusser Lukaskrankenhauses wechselt sie jetzt an die Spitze des Aufsichtsgremiums. Als erste Frau des 1966 gegründeten Werkes, wie Pfarrer Dirk Thamm betont, der neue stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende.

Der achtköpfige Aufsichtsrat führt das Diakoniewerk Neuss-Süd, das operative Tagesgeschäft aber verantwortet der langjährige Geschäftsführer Rainer Küpper, der ab sofort als Vorstand firmiert. Ihm sind Karen Rothenbusch und Gudrun Erlinghagen nachgeordnet, die die Diakonie Neuss-Süd gGmbH für die Senioren beziehungsweise der Evangelischen Jugendhilfe Neuss-Süd gGmbH verantworten.

Vorläufer des Diakoniewerkes Neuss-Süd war 1966 die „Evangelische Altenstätte Weckhoven“. Dieser Träger wurde gegründet, um auf kirchlichem Grund ein Altenpflegeheim errichten zu können – das 1974 fertiggestellte Heinrich-Grüber-Haus. Aus diesen kleinen Anfängen wuchs das Diakoniewerk, das nicht nur in der Altenbetreuung eine Größe, sondern auch der größte Träger von Kindertageseinrichtungen im Rhein-Kreis ist.

Für Pfarrer Dirk Thamm ist die Diakonie als Partner und verlängerter Arm der Kirchengemeinde Neuss-Süd auch ein wichtiger Pfeiler in der Ortsteilarbeit. Sie gebe Nähe, Rückhalt und Hilfe, betonte er mehrfach und führt dazu immer ein prägnantes Beispiel an: Die ganze Seniorenarbeit der Gemeinde, zu der vier Pfarrstellen gehören, „findet im Heinrich-Grüber-Haus statt“.

In der Trägerschaft des Vereins werden derzeit vier Offene Ganztagsschulen im Stadtgebiet Neuss geführt. Sie sind eine Säule der diakonischen Arbeit. Die Evangelische Jugendhilfe Neuss-Süd ist inzwischen für 16 Kindertagesstätten in Neuss und Kaarst verantwortlich. Die Altenhilfe, als dritte Säule ebenfalls in einer gGmbH organisiert, umfasst das Heinrich-Grüber-Haus in Weckhoven, drei Tagespflegen und zwei ambulante Pflegedienste in Neuss und Kaarst.