DGB im Rhein Kreis Neuss warnt: Immer mehr Rentner sind auf Minijobs angewiesen

Rentenniveau im Rhein-Kreis Neuss : Immer mehr Rentner sind auf Minijobs angewiesen

Der Kreisverband des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) schlägt Alarm. Denn nach einer Analyse der Entwicklung der Erwerbstätigkeit der Über-65-Jährigen im Rhein-Kreis Neuss kommen die Gewerkschafter zu dem Fazit: Immer mehr Rentner im Rhein-Kreis Neuss müssen dazu verdienen, weil die Rente nicht ausreicht.

„Die Rentenkürzungsprpgramme der vergangenen Jahre produzieren Altersarmut. Schon heute sind viele Rentner gezwungen, dazu zu verdienen“, erklärt DGB-Kreisverbandsvorsitzender Udo Fischer. „Die Frage ist, wie lange die Menschen das durchhalten. Bis 69, 73 oder 78 Jahre? Sicher ist, dass irgendwann Schluss ist mit dem Minijob und die Rente auf Niedrigniveau verbleibt.“ Die Rentenfrage dürfe nicht im dauerhaften Hinzuverdienen von Ruheständlern liegen, die ihr Arbeitsleben hinter sich haben.

Udo Fischer ist Vorsitzender des DGB-Kreisverbandes. Foto: Woitschützke, Andreas (woi)

5380 Rentner über 65 Jahre waren laut der DGB-Untersuchung, die jetzt abgeschlossen wurde, zum Stichtag 31. März 2019 im Rhein-Kreis Neuss in Minijobs beschäftigt. Das teilt der DGB mit. Zum selben Stichtag fünf Jahre zuvor seien es 4387 gewesen. Das bedeutet eine Steigerung von 22,6 Prozent.

Von den 5380 Minijobbern waren 2796 Männer und 2584 Frauen. Der DGB schlussfolgert daraus, dass beide Geschlechter betroffen sind, obwohl die aktuelle Rentenhöhe von Frauen im Rhein-Kreis Neuss mit durchschnittlich 636 Euro im Monat deutlich hinter der der Männer mit 1215 Euro im Monat zurückstehe.

Verantwortlich für den Anstieg der Minijobs bei immer mehr Ruheständlern ist für den DGB die Rentengesetzgebung. Im Jahr 2000 habe das Rentenniveau noch bei 53 Prozent des Durchschnittslohns gelegen. Aktuell betrage es aber nur noch 48 Prozent und könne bis 2030 auf 45 Prozent absinken. „Eine Rente, die im Jahr 2000 rund 1000 Euro betrug, ist im Jahr 2030 nur noch 800 Euro wert“, warnt Udo Fischer.

(NGZ)