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Neuss: Deutsches Rotes Kreuz hofft auf 400 Blutspender

Neuss : Deutsches Rotes Kreuz hofft auf 400 Blutspender

Bürgermeister Herbert Napp hat einen besonderen Anreiz für seine Verwaltungs-Mitarbeiter geschaffen, damit sie auch am neunten Blutspendemarathon am Dienstag, 16. August, teilnehmen: "Wer zum Blutspenden geht, muss für die Zeit nicht ausstempeln." Und das Rathaus verlassen auch nicht. Denn der Blutspendemarathon des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) findet traditionell im Rathaus statt. Von zehn bis 19 Uhr kann in fast allen Rathaus-Räumen, die nicht anderweitig genutzt werden - Foyer, Sitzungsräume - Blut gespendet werden.

DRK und Stadt hoffen, die 400er-Marke an Spendern zu knacken. "Bislang sind wir immer knapp darunter geblieben", sagt Michael Bollen, Kreisgeschäftsführer des DRK, das die Aktion gemeinsam mit dem Zentrum für Transfusionsmedizin in Ratingen-Breitscheid organisiert. Damit das klappt, wirbt nicht nur Bürgermeister Napp augenzwinkernd mit dem Arbeitszeitbonus, sondern auch das DRK mit kleinen Annehmlichkeiten. So gibt es Kinderbetreuung und Massagen sowie Getränke. Für nach der Blutspende haben die Helfer das klassische Buffet zur Stärkung aufgebaut mit Frikadellen, Kartoffelsalat, Würstchen und belegten Broten sowie Süßigkeiten. Etwa 70 Helfer, ehren- sowie hauptamtlich, mit Unterstützung des Jugendrotkreuzes werden an dem Tag vor Ort sein.

Blutkonserven werden derzeit laut DRK besonders benötigt, weil viele in den Urlaub fahren und als Spender fehlen. "Und man braucht ständig neue Konserven", sagt Thomas Herzfeld vom Zentrum für Transfusionsmedizin. Für eine Lebertransplantation etwa sind 60 Konserven à einen halben Liter Blut nötig. 30 Prozent der Spenden gehen in die Krebstherapie.

Obwohl sich der Blutspendemarathon in Neuss etabliert habe und die Zusammenarbeit mit einer Kommune laut Herfeld selten so kontinuierlich verlaufe, würde das Blut, was sie Neusser spenden, nicht für den Bedarf der Krankenhäuser vor Ort ausreichen - laut DRK ein klassisches Stadt-Land-Phänomen. Das soll sich mit dem 16. August zumindest ein Stück weit ändern. "Das Wichtigste ist für viele ja auch der Gedanke, mit der Spende irgendwo, irgendwem geholfen zu haben", sagt Herzfeld.

(NGZ)