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Deutsche Kammerakademie Neuss blickt auf Saison 2021/2022

Konzerte in Neuss : Kammerakademie blickt auf neue Saison

Vorsichtig optimistisch sieht Orchestermanager Martin Jakubeit der neuen Spielzeit entgegen. Sechs Abonnementkonzerte stehen auf dem Plan, die eine Mischung aus Klassik und zeitgenössischen Werken bieten.

Die Deutsche Kammerakademie Neuss am Rhein (DKN) ist wieder unterwegs: Vor einem Tag gab sie in der Philharmonie Ljubljana ein Festkonzert für die Deutsche Botschaft in Slowenien. Eigentlich war das Konzert anlässlich der deutschen EU-Ratspräsidentschaft schon für einen früheren Zeitpunkt geplant. Doch coronabedingt musste das Gastspiel verschoben werden.

Überhaupt waren die vergangenen Monate für den Orchestermanager Martin Jakubeit nervenaufreibend: Da war nicht nur das Reagieren auf die wechselnden Maßnahmen, es galt auch Ersatztermine für verschobene Konzerte zu finden. „Es war wie ein Puzzlespiel und das geht nun auch noch weiter“, sagt er.

Doch nun blickt er „vorsichtig optimistisch“ der neuen Saison entgegen, die am Sonntag, 24. Oktober, mit dem ersten Abonnementkonzert beginnt. Chefdirigent Christoph Koncz hat dafür die ausgezeichnete Pianistin Nathalie Milstein zur Aufführung des zweiten Klavierkonzertes von Ludwig van Beethoven eingeladen. „Wir haben so geplant, dass wir auf jeden Fall spielen können“, erzählt Jakubeit. So werden die Konzerte mit Abstand und 3G-Regel in der Stadthalle stattfinden, zusätzlich werden für jede Aufführung wieder zwei Termine angeboten, so dass die Abo-Gruppe geteilt wird. „Aktuell müssten wir das nicht mehr“, sagt der Manager, doch aus Sicherheitsgründen und für ein „gutes Gefühl bei den Besuchern“ wurde sich dafür entschieden. Jakubeit schließt jedoch nicht aus, dass sich je nach Lage Anpassungen und damit auch Lockerungen ergeben können. So groß die Freude auch ist, endlich wieder Live-Musik hören zu können – „Was die Leute vermissen sind die Pausen, die Getränke und der Austausch miteinander, das Gesellschaftliche ist das, was ihnen momentan fehlt“, sagt er.

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Insgesamt haben die Künstlerische Leiterin Isabelle van Keulen und der Chefdirigent Christoph Koncz für die kommende Saison ein vielseitiges Programm zusammengestellt, in dem sich Klassiker und zeitgenössische Musik abwechseln. Nach „Endlich Beethoven“ nehmen die Streicher und die Geigerin Isabelle van Keulen die Besucher mit auf eine musikalische Reise in die Regionen „Zwischen Europa und Kaukasus“. Stücke von den Komponisten Peteris Vaskas und seinem Kollegen Tigran Mansurian werden erklingen. Im Januar stellt der französische Cellist und Dirigent Marc Coppey neben Klassikern von Haydn und Mozart auch den vielgespielten Gegenwartskomponisten Rihm vor. Mozart ist sowohl im März als auch beim Abschlusskonzert im Mai zu hören. Spannend verspricht auch das fünfte Abonnementkonzert zu werden: Dann werden neue Interpretationen von Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ vorgestellt.

Ob es ein Weihnachts- und Neujahrskonzert geben wird, wird kurzfristig entschieden. Fest steht jedoch schon, dass es auch 2022 keine Klassiknacht im Rosengarten geben wird. Dafür spielt die Deutsche Kammerakademie Neuss im kommenden Jahr das Eröffnungskonzert des Internationalen Hansetages (die NGZ berichtete).

Doch gibt es noch weitere Termine, die sich gemerkt werden können: So sollte im vergangen Mai der argentinische Komponist Astor Piazolla geehrt werden. Eine Auswahl von seinen Klassikern hat der Bandoneonist Christian Gerber speziell für das Isabelle van Keulen Ensemble und die Deutsche Kammerakademie (DKN) neu arrangiert. Die Aufnahme wird im Januar 2022 beim Label Berlin Classics auf CD erscheinen.

Auch gibt es neue Stadtteilkonzerte, die durch die Bundesinitiative „Neustart Kultur“ gefördert werden: Am Donnerstag, 23. September, lädt die DKN mit dem Verein Besseres Stadtteilleben so zu einem Konzert im Gymnasium Norf. Schüler werden mit einem musikalischen Beitrag sowie eine Einführung in die Werke zum Gelingen des Abends beitragen.

Parallel dazu arbeitet die DKN aktuell an einem weiteren Programm im Rahmen von „Neustart Kultur“. Eine Geigerin wird Grundschulen besuchen und live zu einem Video, in dem drei andere Musiker zu hören sein werden, spielen. Die Kinder werden mit einbezogen.