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Kritisch auf Sorgen vieler Binnenschiffer verwiesen: Deutliche Handschrift

Kritisch auf Sorgen vieler Binnenschiffer verwiesen : Deutliche Handschrift

Von Sebastian Peters Es bedurfte nur einiger weniger Pinselstriche und schon hatten sich im neuen "Haus am Pegel" des Bauvereins am Hafenbecken I gleich zwei prominente Personen auf ungewöhnliche Art verewigt.

Von Sebastian Peters Es bedurfte nur einiger weniger Pinselstriche und schon hatten sich im neuen "Haus am Pegel" des Bauvereins am Hafenbecken I gleich zwei prominente Personen auf ungewöhnliche Art verewigt.

In Ermangelung eines goldenen Buches war Bauvereins-Chef Klaus Harnischmacher am Mittwoch auf die Idee gekommen, dass sich NRW-Minister Oliver Wittke und der Neusser Bürgermeister Herbert Napp mit einem großen Pinsel am Haus ihren Namen hinterlassen. Der Vorschlag kam an: Die Handschrift der beiden Politiker ist also für die Nachwelt festgehalten.

Im weiteren Verlauf des Mittwoch Nachmittags, an dem der Minister für Bauen und Verkehr gemeinsam mit dem Bauverein, dem Bürgermeister und weiteren Vertretern der Stadt in Neuss weilte, war es eher Oliver Wittke, der die Handschrift des Bauvereins und anderer Neusser Unternehmen bestaunen durfte. Unter anderem bei einer Präsentation der Planungen an der Hafenmole I im Haus am Pegel, dem neuen Neusser Schmuckstück direkt am Wasser.

Dort brachte Wittke nicht nur sein Erstaunen zum Ausdruck. Er verwies auch kritisch auf die Sorgen vieler Binnenschiffer, dass die Städte in NRW und Deutschland ihre Hafenareale künftig nur noch als Wohngebiete planen, die Interessen der Binneschifffahrt dann nicht mehr gewahrt bleiben. "Wenn alles nur noch schön ist, dann haben wir bald keine Möglichkeit mehr, Güter umzuschlagen", zitierte Wittke die Sorgen der Binnenschifffahrt.

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Als der Minister dann jedoch in die Bereiche des Hafens vorpreschte, in denen tatsächlich die Industrie blüht, da schwanden seine Befürchtungen. Dort, am Hafenbecken V, ist zwar längst nicht alles "schön". Dafür aber sind hier viele Betriebe ansässig, die auf eine erfolgreiche Entwicklung zurück blicken. Etwa die Firma "Neuss Trimodal" mit den Geschäftsführern Karsten Scheidhauer und Ulrich Altmann.

Diese luden Wittke, den ehemaligen Oberbürgermeister von Gelsenkirchen, in ihre Geschäftsräume ein, zeigten ihm die Terminals und informierten ihn über die Entwicklungen in der Logistikbranche. Scheidhauer preschte gar ein wenig vor und lud den Minister zur Taufe der Kräne im kommenden Jahr ein. Wittke zeigte sich noch zurückhaltend, bilanzierte aber: "Ich kann die Stadt Neuss nur beglückwünschen." Die Entscheidung der Zusammenlegung der Häfen von Neuss und Düsseldorf sei "eine der klügsten" gewesen.

(NGZ)