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Neuss: Der Stunk kann starten

Neuss : Der Stunk kann starten

Das Stunk-Team des Theaters am Schlachthof hat die Wetthalle besetzt und feilt an den letzten Szenen für die Premiere am Freitag.

So gelassen sitzen sie sonst in diesem Stadium der Produktion selten da. Martin Maier-Bode, Britta Franken, Sabine Wiegand und Dennis Prang vom Stunk-Team des Theaters am Schlachthof (TaS) scheinen es selbst kaum glauben zu können, dass sie mit einem überzeugenden "gut!" auf die Frage reagieren können, wie es ihnen geht, nachdem sie gerade die Wetthalle für die Endphase der "Stunk"-Vorbereitung bezogen haben.

Dabei konnten sie das vergangenen Wochenende noch nicht mal nutzen, da auf der Rennbahn noch Betrieb war. "Aber wir haben schon sehr viel im Theater am Schlachthof vorarbeiten können", sagt Regisseur Martin Maier-Bode. Und ergänzt: "Die Arbeitsbedingungen sind allein deswegen um vieles besser geworden, weil wir im TaS zusammenhängende Proben machen konnten und nicht wie früher uns irgendwie zwischenquetschen mussten."

Der Kartenverkauf lässt auch nichts zu wünschen übrig: 6700 Karten seien für die Neusser Sitzungen in der Wetthalle und die Düsseldorfer Termine im Zakk – insgesamt sind es 19 Vorstellungen – schon verkauft, sagt Britta Franken, die kaufmännische Geschäftsführerin des TaS. "Aber es gibt noch Restkarten, und es lohnt sich, an der Abendkasse nachzufragen."

Auch als Autor ist Maier-Bode guten Mutes. Zusammen mit seinem Kabarett-Kollegen Jens Neutag hat er wieder den Text für die Sitzung unter dem Titel "Jecken, wollt ihr ewig schunkeln?" geschrieben. Er weiß zwar, dass noch bis zur letzten Minute immer wieder etwas geändert werden muss, weil sich die Dinge manchmal ganz schnell entwickeln. Am Samstag war zum Beispiel noch keine Rede davon, dass Bettina Wulf sich von ihrem Mann trennt, der Flughafen in Berlin doch nicht fertig wird ... "Aber das ist normal", sagt Maier-Bode, und Sängerin und Songtexterin Sabine Wiegand, wieder für den musikalischen Teil verantwortlich, ergänzt: "Dieses Mal ist trotzdem alles nicht mit so heißer Nadel gestrickt worden wie sonst." Vor allem für den Lokalteil sind die Stunker schnell fündig geworden. "In diesem Jahr war es einfach, Neusser Themen aufzuspießen", sagt Maier-Bode lachend und nennt einige Beispiele: die Sparliste, das "Wunder von Neuss" mit dem SPD-Sieg bei der Landtagswahl, die schwierige Suche der CDU nach einem Fraktionsvorsitzenden...

Auf der Bühne steht das bewährte Ensemble mit Harry Heib, Ilva Melchior, Jens Kipper, Carolin Stähler, Dennis Prang, Sabine Wiegand, Franziska Lehmann und – nach dem krankheitsbedingten Ausfall im vergangenen Jahr wieder dabei – Jens Spörckmann.

Vom Inhalt wird nur so viel verraten: Was Amerika bei der Präsidentenwahl die Swing-States, ist der Republik die Stadt Neuss bei der Bundestagswahl. In einem Altenheim in Gnadental müssen die Politiker die entscheidenden Stimmen für ihren Sieg einwerben, was dazu führt, das Angela Merkel höchstpersönlich auftaucht, Sigmar Gabriel (Peer Steinbrück ist schließlich zu teuer) sich ebenso wie Karin Göring-Eckert von den Grünen blicken lässt; Ursula von der Leyen schaut auch vorbei. Und natürlich alte "Stunk"-Bekannte wie etwa Ruhrpottmutti "Dat Rosi", das "Stimmungsduo" Piffel und Poffel oder Heinz, der Alleinunterhalter.

(NGZ)