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Neuss: Der Ruf nach Plan B

Neuss : Der Ruf nach Plan B

Neuss Der von Anfang an enge zeitliche Rahmen für die Baustelle Innenstadt ist zerbrochen. Irreparabel. Seit Donnerstag steht fest: In diesem Jahr wird die Umgestaltung des Hauptstraßenzuges nicht mehr zum Abschluss kommen.

Eine Vergabebeschwerde blockiert den weiteren Fortgang, denn dieser Rechtsstreit verbietet es der Stadt, den Zuschlag für das letzte Gewerk - den Gleisbau und die Herrichtung aller Oberflächen - zu erteilen. Bürgermeister Herbert Napp sprach am Donnerstag von einer Verzögerung in Größenordnung "von zwei, eher sieben Wochen". Keine gute Nachricht.

Zu Thomas Toll, dem Sprecher des City-Treff, war die schlechte Kunde schon durchgesickert, als Donnerstag früh der Bürgermeister bei ihm anrief. Toll reagierte zupackend. "Jetzt muss Plan B in die Wege geleitet werden." Beim Thema Weihnachtsbeleuchtung werde man improvisieren müssen, denn die neuen Lampen kommen ja nun erst nach den Festtagen, nannte er ein Problem, das der City-Treff selber lösen kann.

Vor allem aber machte er klar, dass die Händler Schadensbegrenzung erwarten. Das heißt: Die Baustelle muss für die Wochen des Weihnachtsgeschäftes stillgelegt, die endgültige Fertigstellung ins neue Jahr verschoben werden. Diese Lösung hatte Napp schon angeboten, und für Toll ist es die einzig akzeptable. "Wir werden uns darauf stürzen."

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Die Vergabebeschwerde hatte ein Bieter in Gang gesetzt, der zwar von allen neun Bewerbern das preiswerteste Angebot für das letzte ausgeschriebene Los abgegeben hatte, den Zuschlag für den Auftrag in Größenordnung von vier Millionen Euro aber nicht erhielt. Das Angebot habe aus formalen Gründen nicht berücksichtigt werden dürfen, erklärte Rechtsanwalt Dr. Hendrik Röwekamp.

Konkret: Der Bieter, ein Unternehmen aus NRW, habe keine Angaben zu möglichen Nachunternehmern gemacht, die er an der Umsetzung beteiligen würde. Ausweislich der Ausschreibungsunterlagen eine Zeile im Bewerbungspapier, die nicht leer bleiben durfte. Die Vergabekommission der Stadt verwarf dieses Angebot daher einstimmig, referiert Röwekamp, der optimistisch ist, dass die Nachprüfung zum gleichen Ergebnis kommt.

Die Konsequenzen aus dieser Verzögerung kann Projektmanager Vilbert Oedinger, noch nicht überblicken. Schließlich werde der ausgeguckte Unternehmer nicht allein im Glauben an ein gutes Ende das Material bestellen. Zum Schützenfest werden zwar die Straßen eine "glatte und begehbare Oberfläche" haben, aber ob die Anlagen an Krefelder Straße und Oberstraße wirklich wie geplant fix und fertig sind?

"Wir haben kleine zeitliche Puffer", sagt Oedinger, "und werden ausgleichen, was auszugleichen ist." Allerdings: An eine Ausweitung der Arbeitszeiten auf der Baustelle denkt er nicht.

(NGZ)