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Der Ruderkasten des Rudervereins Neuss: Umkippen unmöglich

Wetterfeste Alternative : Ruderkasten in Neuss - Umkippen unmöglich

Wenn Wind und Wetter Rudern auf offenen Gewässern fast unmöglich machen, ist der so genannte Ruderkasten unter einer Sporthalle auf der Furth die wetterfeste Alternative. Und Angst vorm Kentern muss auch niemand haben.

„Schau‘ mal, hier kannst Du dein Stemmbrett noch ein Stück verstellen“: Magnus Stoffels, Trainer beim Neusser Ruderverein (NRV), tritt an den Ruderkasten und kontrolliert die Sitzhaltung von Fanny. Im Keller der Sporthalle der Gesamtschule Nordstadt auf der Neusser Furth steht die Konstruktion, die diese intensive Betreuung beim Training möglich und die Ruderausbildung gerade im Winter von Wind und Wetter unabhängig macht.

Das Becken stammt aus den 1960er Jahren. „In der Ära von Viktor Hendrix und Manfred Kluth, unseren beiden ersten Olympiateilnehmern, und von Trainer Gert van Opbergen wurde die Forderung nach einem Ruderbecken laut, sodass in den Neubau der Christian-Wierstraet-Realschule eines eingebaut wurde,“ erinnert sich Christian Stoffels, der Onkel von Magnus und Cheftrainer des NRV, an die Historie.

Sechs Ruderer finden in dem Boot, das in circa 80 Zentimeter tiefem Wasser vorne und hinten arretiert ist, Platz. Einen gewissen Bewegungsspielraum hat die schwimmende Konstruktion aber in der Längsachse, so dass die Trainingsbedingungen durchaus überzeugend sind. „Das ist eine echt gute Alternative im Winter und macht Spaß,“ findet Fanny. Das Gute am Ruderkasten: Rausfallen kann keiner und kentern wird das „Boot“ auch nicht, denn die Ausleger, an deren Dollen die Ruder befestigt werden, sowie die darunter liegenden Stege auf beiden Seiten machen das Umkippen unmöglich. Gerade für Anfänger sei dies gut, da der Faktor Angst im kippeligen Boot wegfällt, erklärt Stoffels. Gemeinsam mit seiner Schwester Pia leitet er auch das Training im Ruderkasten: „Für Technikübungen ist das hier optimal, da wir so auch mal etwas Neues ausprobieren können.“

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Melina, Henrike, Finn, Philipp, Anna und Fanny haben heute „geriemt“, das heißt jeder hat nur ein Ruder und bewegt dieses mit beiden Händen. Bekannt ist diese Ruderart zum Beispiel vom olympischen Achter. Für fünf der sechs Aktiven ist das eine Premiere und alle sind froh, dass diese im sicheren Umfeld des Beckens stattfindet: „Gut, dass wir das hier üben können, denn auf dem freien Wasser ist das schon schwieriger,“ erzählt Henrike, die bereits Erfahrungen im Riemen-Rudern im Neusser Industriehafen sammeln konnte.

Finn hat vor zwei Jahren seine ersten praktischen Übungen im Ruderkasten absolviert. „Ich glaube, sonst wäre ich auch nicht in ein echtes Ruderboot gestiegen,“ erinnert er sich an die ersten Trainingseinheiten. Der 14-Jährige ist froh, dass der Verein diese Möglichkeit bietet.

Magnus Stoffels hat einen kurzen Film von „seinen“ Jugendlichen gedreht und tritt über den Steg ans Boot heran, um direkte Rückmeldung zu geben. „Auf dem Wasser kann ich das erst nach der Einheit zeigen. Hier haben die Ruderer sofort die Gelegenheit, Verbesserungsvorschläge umzusetzen und sich aus der Außenperspektive ein Bild von sich selber zu machen.“

Die Anfängerkurse für Erwachsene, die der NRV in der Regel ab März anbietet, starten ebenfalls im Ruderkasten. Durch Corona hat der Verein im Moment weniger Nachwuchssportler als sonst in der Ausbildung, da einige Kurse für Einsteiger ausfallen mussten.