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Neuss: Der rheinische Preuße

Neuss : Der rheinische Preuße

Ob als Volljurist, Stadtdirektor, Kreispolitiker oder Zeitungsmann, Eberhard Hücker hat hierzulande Gesellschaft gestaltet. Morgen vollendet er sein 70. Lebensjahr. Geburtstag feiert er "auf irgendeinem Golfplatz".

Golfen, joggen, bei Sonnenschein Cabrio fahren — Eberhard Hücker bewegt (sich) gern. Sport hält die Kräfte rege. Wer Eberhard Hücker begegnet, der spürt sofort die körperliche und geistige Spannkraft dieser vitalen Persönlichkeit, die morgen ihr 70. Lebensjahr vollendet. Eberhard Hücker hat Politik und Gesellschaft im Rhein-Kreis über drei Jahrzehnte hinweg gestaltet. Als Dezernent der Kreisverwaltung, als Stadtdirektor in Dormagen, als Geschäftsführer des Neusser Zeitungsverlages und als Kreistagsabgeordneter.

Eberhard Hücker wurde am 16. September 1942 in Kiel geboren, wuchs aber in Düsseldorf auf; er fühlt, denkt und handelt somit als Rheinländer. Treffender ist es, ihn als rheinischen Preußen zu charakterisieren, denn Hücker ist pflichtbewusst, loyal, unbestechlich, korrekt — dabei streitbar und nicht ohne Emotionen. Am Ende ist ihm das gute Ergebnis immer wichtiger als Rechthaberei. Diese, stets am Ziel orientierte, Gradlinigkeit bringt ihm ungeteilten Respekt über alle Parteigrenzen hinweg in der Gesellschaft ein. Als Hücker (CDU) 1994 nach neun Jahren das Dormagener Rathaus verließ, verabschiedete ihn Bürgermeister Heinz Hilgers (SPD) mit den Worten: "Ich bin nicht sicher, ob die Zusammenarbeit mit einem Stadtdirektor, der meiner Partei angehört, besser hätte sein können."

In der ihm eigenen Konsequenz suchte Eberhard Hücker 1994 in einem gänzlich neuen beruflichen Umfeld eine neue Herausforderung. Der begabte Verwaltungsjurist, der in Köln, Freiburg und Münster Rechts- und Wirtschaftswissenschaften studiert hatte, verließ den öffentlichen Dienst und wechselte in die Geschäftsführung des Neusser Zeitungsverlags, der unter anderem die Neuß-Grevenbroicher Zeitung herausgab. Er "lernte Zeitung" (Hücker); schon schnell arbeitete er verlegerische und publizistische Aufgaben sicher ab. Als die Rahmenbedingungen den Weg wiesen, führte er 2009 die Neuß-Grevenbroicher Zeitung unter das Dach der Rheinische Post Mediengruppe, um ihr in einem der stärksten Verlagshäusern Deutschlands eine sichere Zukunft zu ermöglichen.

Als Kreispolitiker organisierte Eberhard Hücker den erfolgreichen Weg der Wirtschaftsförderung, des Technologiezentrums Glehn, der Stiftung Sport; sein Wort hatte im Verwaltungsrat der Sparkasse Gewicht und er gehörte zu den Initiatoren der Internationalen Schule am Rhein in Neuss. Als das Horten-Gebäude zum Problemfall zu werden drohte, brachte Eberhard Hücker die Lösung auf den Weg, die Kreis und Stadt mittrugen. Seither haben Kreisverwaltung und Rheinisches Landestheater (RLT) an der Oberstraße ihren Sitz. Als langjähriger Vorsitzender des Personalausschusses stellte Hücker manche (Karriere-)Weiche. Landrat Hans-Jürgen Petrauschke ("Hücker war mein erster Dezernent beim Kreis") lobt Hückers Fähigkeit, "analytisch zu denken" und dessen Bereitschaft, "Kompromisse zu suchen".

Kraft schöpft Eberhard Hücker im christlichen Glauben, Halt findet er in der Familie mit der er in Neuss wohnt. Ehefrau Gisela und Sohn Tim sind seine engsten Berater. Mit ihnen teilt er am liebsten seine Zeit. So auch morgen, wenn er 70 Jahre alt wird. Er wird dort sein, wo er sich wohlfühlt: "Auf irgendeinem Golfplatz."

(NGZ/ac)