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Neuss: Der Preis für gute Freundschaft

Neuss : Der Preis für gute Freundschaft

Der Bildhauer Jürgen Zaun hat eine Ehrengabe entworfen, mit der die Stadt Neuss Menschen auszeichnen will, die sich besonders für internationale Beziehungen engagieren. Die kleine Skulptur heißt "Boot der Freundschaft".

Von Amts wegen hat er ständig damit zu tun, wenn Delegationen aus den Partnerstädten nach Neuss kommen oder umgekehrt die Neusser nach Châlons-en-Champagne oder Rijeka fahren. Deswegen weiß der Leiter des städtischen Presseamts, Michael Kloppenburg, auch um das besondere Engagement, das auf beiden Seiten der Partnerstädte nötig ist und auch gezeigt wird, um den Austausch lebendig zu halten.

Und schon länger denkt er darüber nach, wie man diesen besonderen Einsatz für und in Neuss, St. Paul, Pskow, Châlons-en-Champagne, Bolu, Nevsehir und Rijeka würdigen kann. Die üblichen Auszeichnungen vom Ratshammer bis hin zum Stadtsiegel schienen ihm wenig dazu angetan: "Die finde ich nicht so angemessen für junge Menschen", sagt er und ergänzt: "Ich dachte mehr an etwas Modernes."

Von da war der Weg ins Atelier eines Neusser Künstlers nicht weit. In dem von Bildhauer Jürgen Zaun ist er aus zwei Gründen gelandet. "Mir gefallen seine Arbeiten, und außerdem ist er ein Künstler, der schon in Châlons und in St. Paul ausgestellt und gearbeitet hat." Und zu Rijeka habe er eine ganz besondere Beziehung, ergänzt Zaun, der auch schnell die Idee für eine Skulptur hatte, die künftig eine besondere Ehrung in der Geschichte der Städtepartnerschaft darstellen soll. Ein kleines stilisiertes Schiff, das locker auf sechs Messingstäben liegt, die die sechs Partnerschaften symbolisieren, fixiert auf einer Platte, deren Oberfläche ruhig ein bisschen rau sein darf. Ein "Boot der Freundschaft" eben.

Inspiriert hat ihn der Gedanke an den Ursprung von Neuss mit der Lage am Fluss, der Menschen und Regionen verbindet, aber auch trennen kann. Grenzen mithin, die ein Boot wiederum überwinden kann. Als Material hat Zaun Schiefer gewählt, das Boot selbst regelrecht matt gerieben und ihm damit etwas von einem Handschmeichler gegeben. Die Platte aber ist nur an den Rändern bearbeitet. Ganz bewusst wurde auch darauf verzichtet, Embleme oder Wappen sichtbar aufzubringen, aber: "Jedes Exemplar ist nummeriert und signiert", sagt Zaun.

Damit, so sagt Kloppenburg ganz begeistert, bekommt jeder Geehrte ein Kunstwerk geschenkt, denn jedes Boot ist ein Unikat, wird von Hand gemacht. Für Kloppenburg ist es jedoch wichtig, dass diese Ehrengabe nicht inflationär verteilt wird. "Einmal im Jahr" kann er sich vorstellen und keineswegs immer an Amts- oder Funktionsträger. Außerdem sei Beständigkeit ein wichtiger Faktor, eine "einzelne Großtat" reiche nicht aus, um das "Boot der Freundschaft" zu bekommen.

(NGZ/rl)