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Neuss: Der Neusser Bauverein muss Mängel beheben

Neuss : Der Neusser Bauverein muss Mängel beheben

Feuchte Blendsockel und undichte Dächer: Den Eigentümern, die im Jahr 2000 eine Wohnung des Bauvereins in Meertal kauften, reicht es.

Für seine Wohnung im Meertal war Gerd Faruß "Niedrigenergiestandard" versprochen worden. "Am Ende hatten wir aber Energiekosten von 30 bis 35 Euro je Quadratmeter zu zahlen", sagt er. Das passte nie zusammen. Während der Neusser Bauverein, von dem Faruß die Eigentumswohnung im Jahr 2000 erwarb, lange von "fehlerhaftem Heiz- und Lüftungsverhalten" sprach, kommen Gutachter zu einem anderen Ergebnis: Das Dach ist schlicht undicht.

Foto: Neusser Bauverein

Nach jahrelangem Ringen haben die 40 Parteien der 2008 gegründeten Eigentümergemeinschaft der Wohnungsbaugesellschaft nun eine Frist gesetzt: Bis Freitag soll die ein Sanierungsgutachten vorlegen. "Vereinbarungsgemäß", wie Bauvereins-Vorstand Frank Lubig erklärt, werde das auch passieren. Doch der als Hausverwalter tätige Rechtsanwalt Peter Fedler glaubt nicht daran: Der Bauverein spiele auf Zeit, gebe nie etwas schriftlich, moniert er. Und er kündigt für den Fall einer Fristüberschreitung ein Beweissicherungsverfahren an, um den Streit notfalls vor Gericht zu klären. Ein solches Verfahren läuft schon — für das gleiche Objekt. Streitpunkt dabei: ein Nässeschaden in der Fassade.

Der Bauverein muss nachbessern — und will das auch tun, wie Prokurist Peter Krupinski betont. Ärgerlich für die Eigentümer sei sicher, dass sich der Fall schon über mehr als zehn Jahre hinzieht. Aber man habe den bauausführenden Architekten noch in der Haftung gesehen, erklärt er. Die Beweissicherung wurde Ende 2012 abgeschlossen, das Verfahren sei noch offen. Aber die Sanierung des Daches von vier Häusern (insgesamt 15 Wohnungen) wie auch des Sockels gehe der Bauverein noch in diesem Jahr an. Kostenpunkt: insgesamt 700 000 Euro.

Als Kern des Problems machen Lubig und Krupinski die Insolvenz der damals bauausführenden Firma aus. Im Fall des Wohnquartiers am Collegium Marianum greift diese Begründung nicht. Dort, so gibt Lubig zu, gab es "einige Mängel über Normalmaß". Das heißt: Kein Haus war ohne. Die Aachener Bauträgergesellschaft, die für den Bauverein auch an der Schulstraße tätig werden wollte, wurde in der Konsequenz von diesem Bau wieder abgezogen. Projekte wie die Quartiere Südliche Furth, Marienkirchplatz oder die Ortsteilsanierung Erfttal seien beinahe mängelfrei geblieben, nennt Lubig andere Beispiele.

Für Faruß ist das kein Trost. Er will auch geklärt wissen, wer die Kosten trägt, wenn er für die Dauer der Sanierung ausziehen muss — und ob der Bauverein den Heizkostenzuschuss, der bis 2008 immer gewährt worden war, nachzahlt.

(NGZ/ac)