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Neuss: Der neue Platz am Romaneum

Neuss : Der neue Platz am Romaneum

Die Arbeiten am Platz vor dem Romaneum haben begonnen. Bis zur Fertigstellung im Februar werden die wichtigsten römischen Funde auf dem ehemaligen Busbahnhof in die Gestaltung einbezogen.

Bei den Vorbereitungen für die Freiflächengestaltung vor dem Bildungshaus Romaneum haben Arbeiter Anfang der Woche Reste der Stadtmauer aus dem 14. Jahrhundert entdeckt. "Keine Sensation, aber überraschend", sagt Tiefbauamtsleiter Gerd Eckers, denn an dieser Stelle war sie nicht erwartet worden.

So sind Mitarbeiter der städtischen Denkmalpflege dabei, die Reste sorgfältig freizulegen. Das Ganze geschieht in dem Bereich des unteren Marktes, am Übergang zum Wendersplatz. Der Zeitplan wird dadurch beeinflusst, aber im Wesentlichen soll der Platz vor dem Romaneum im Dezember, inklusive aller Nebenarbeiten, im Februar 2012 fertig sein.

Um was geht es genau? Alle Politiker waren sich bei der Überplanung des ehemaligen Busbahnhofs einig, dass die bedeutsamsten an dieser Stelle gefundenen Überreste aus der Neusser Stadtgeschichte sichtbar bleiben sollen. Das geschieht zum einen im Foyer des Romaneums, zum anderen auf dem Vorplatz. In diesem Bereich wurden die Überreste einer römischen Herberge, mansio, entdeckt.

Kann ich die historischen Zeugnisse begehen oder anfassen? Nein, das ist nicht möglich. Um die Funde bestmöglich zu schützen, wurden sie im Außenbereich wieder zugeschüttet. Mit einer Ausnahme: Durch ein Sichtrohr mit einer Glasabdeckung kann ein (beleuchteter) Einblick in die Originalfunde aus der Römerzeit genommen werden. Pflasterbänder zeigen den Grundriss der römischen Herberge. In den Boden wird zur Verdeutlichung ein Lichtband eingelassen. In der Nähe des Romaneum-Eingangs wird ein rekonstruiertes Mauerstück der Herberge aufgemauert, daneben ein römischer Brunnen.

Welche Materialien werden verwendet? Zur Vereinheitlichung des Stadtbildes wird der Platzbereich mit einer Grauwacke aus dem Bergischen Land belegt, im Bereich der historischen Straßenbezüge (Brückstraße) wird Basalt aus der Eifel verwendet. Die ehemalige Brückstraße wird bis in den Eingangsbereich des Romaneums nachgezeichnet.

Kann der Gesamtbereich mit dem Auto erreicht werden? Ja, über die Hymgasse. Vor dem Romaneum wird eine Fläche als Vorfahrt und zur Anlieferung angelegt. Die Zufahrt erfolgt vom Markt aus, die Ausfahrt auf die Straße Am Kehlturm.

Bleiben die Parkplätze erhalten? In der Hymgasse werden 14 Parkplätze angelegt, auf dem Platz selbst wird es Fahrradständer geben.

Was kostet das Projekt? Für die Platzgestaltung mitsamt der Grünanlage rund um den Kehlturm sind rund 1,9 Millionen Euro veranschlagt.

(NGZ/rl)