Neuss: Der Neue in der Kinderklinik

Neuss : Der Neue in der Kinderklinik

Mit dem Wechsel in der Leitung der Kinderklinik des Lukaskrankenhauses geht eine Spezialisierung einher. Guido Engelmann bringt als neuer Chefarzt das Wissen um Magen-, Darm- oder Lebererkrankungen bei Kindern mit.

Die Jugendgesundheit gibt Anlass zur Sorge. Zu diesem Schluss kommt Professor Peter Gonne Kühl, der scheidende Chefarzt der Kinderklinik am Lukaskrankenhaus, auch mit Blick auf Kinder mit Typ II-Diabetes und immer mehr jungen Patienten mit Fettleber. Er startete nicht zuletzt ein Trainingsprogramm, damit Kinder kontrolliert abnehmen. Sein Nachfolger Dr. Guido Engelmann nimmt den Faden auf und spinnt ihn weiter. Gleich nach Amtsantritt will sich der neue Chefarzt um die Einrichtung einer gastroenterologischen Ambulanz an der Kinderklinik bemühen. Weil er einen Bedarf dafür sieht und seinem Haus durch diese Spezialisierung auch überörtlich mehr Attraktivität verschaffen will.

Engelmann ist ein Kinderarzt der neuen Generation. Vor Jahren wurden vor allem im Berufsbild der Inneren Medizin und der Chirurgie immer neue Unterfächer herausgebildet, inwischen hat die Spezialisierung auch die Pädiater erreicht, die von ihrer Ausbildung her als Allrounder galten. Auch Engelmann spezialisierte sich erst nach der Facharztausbildung und verlegte sich auf die Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes und der damit verbundenen Organe wie Galle, Bauspeicheldrüse, aber eben auch Leber. Für die Findungskommission am Lukaskrankenhaus, so gibt Geschäftsführer Sigurd Rüsken Einblick in die Entscheidungsfindung, war diese Spezialisierung ein deutliches Plus für den Bewerber - und mitentscheidend für dessen Berufung. Denn die Fallzahlen steigen, während es medizinische Angebote im Umkreis fast nur an den Universitätskliniken gibt.

Am Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin der Universität Heidelberg, wo der gebürtige Münsterländer Engelmann 1998 anfing und bis zum Oberarzt aufstieg, ist er auch alleine auf diese Teildisziplin festgelegt. "Hier bin ich als Spezialist beschäftigt", sagt der 43-Jährige, der ein Lebertransplantationsprogramm voranbringen soll, sich aber auch um chronisch entzündliche Darmerkrankungen bei Kindern und Jugendlichen kümmert und als Spezialist beim Endoskopieren gilt. Zum "Lukas" wollte er auch wechseln, weil er Lust hatte, wieder etwas allgemeiner in seinem Fach zu arbeiten. Seine Spezialisierung allerdings bringt er mit und will sie auch wissenschaftlich weiter vorantreiben. Mit dem Kolloquium in der kommenden Woche wird er sein Habilitationsverfahren abschließen und dem Doktortitel den "Privatdozent" voranstellen.

Als akademisches Lehrkrankenhaus der Universitätsklinik Düsseldorf wird diese Habilitation eines "Lukas"-Chefarztes nicht nur gerne gesehen, sondern ist Voraussetzung dafür, dass die Kinderklinik von angehenden Ärzten als Wahlstation ausgesucht werden kann. Engelmann selbst liegt die Lehre am Herzen, auch weil er so junge Mediziner vielleicht als Arzt für "seine" Klinik interessieren kann.

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