Neuss: Der Langstrecken-Kellner

Neuss : Der Langstrecken-Kellner

NGZ schaut hinter die Kulissen der Skihalle, die "Schnee und mehr" bietet. Wer im Biergarten Speisen und Getränke serviert, muss fit sein. André Stielicke hat gezählt: 132 Schritte und 44 Stufen sind es von der Küche bis zum Gast.

Die Kolleginnen haben Pause; die älteren Kollegen auch. Wenn im Biergarten "Salzburger Alm" an der Skihalle Speisen serviert werden müssen, dann sind die Athleten unter den Servicekräften gefragt. Männersache. Für André Stielicke (28): "Wenn ich vollbeladen den Weg zehn Mal gelaufen bin, dann muss ich erst einmal Luft schnappen." 120 Meter oder 132 Schritte und 44 Treppenstufen liegen zwischen der Küche und dem Gast. "Das ist kreisweit wohl der weiteste Weg in einem A-la-Carte-Restaurant", sagt Martin Östreich, der Gastronomie-Chef in der Skihalle — und der ist meist mit einem vollen Tablett zu absolvieren. Das sind dann im Schnitt zehn Kilogramm. "Da kommen schon einige Kilometer und Gewichte am Tag zusammen", sagt Östreich, "aber das tun wir für unsere Gäste gern."

André Stielicke gehört seit Dezember als Serviceleiter zum Team. Der gelernte Koch hat schon ein gutes Dutzend gastronomische Stationen hinter sich. Die Skihalle hat ihn wegen ihrer Vielfalt nun besonders gereizt: "Vom Gast im Vier-Sterne-Superior Hotel Fire & Ice bis zum Feierwilligen bei der Aprés-Ski-Party reicht das Spektrum. Das nenne ich einen Spannungsbogen." Um sein kräfteraubendes Servicepensum überhaupt durchstehen zu können, hält er sich fit. Er sagt über seine Kollegen, die als so genannte "Foodrunner" im Biergarten arbeiten: "Die sind männlich, zwischen 18 und 22 Jahre alt und sie trainieren alle, um ihre Leistung am Arbeitsplatz für unsere Gäste bringen zu können."

Längst hat sich der große Biergarten an der Skihalle zu einem beliebten Ausflugsziel entwickelt — gerade auch für Radler. In der Spitze werden zeitgleich über 200 Fahrräder gezählt. Auf drei Ebenen (Heuplatz, Gaudi- und Sennerboden") stehen insgesamt 800 Sitzplätze zur Verfügung. Bei "ausverkauftem Haus" ist ein 35-köpfiges Team erforderlich, um zeitnah Qualität auf die Tische zu bringen: 20 Servierer und 15 Mitarbeiter in der Küche. "Trotz aller Belastung ist die Stimmung bei uns immer gut", behauptet Östreich.

Vor allem junge Familien steuern gern den Biergarten an, wo es den Kindern selten langweilig wird. Der Spielplatz ist 1500 Quadratmeter groß. Geräte, Sandflächen und das große Hüpfkissen können kostenlos genutzt werden. Das Skihallen-Team versteht sich als Gastgeber und versucht, ein hochwertiges Paket für alle Generationen zu schnüren. "Wir bemühen uns, den Alm-Biergarten sehr heimelig zu machen", sagt PR-Chef Sebastian Bäsken, "deshalb stehen an kühleren Abenden kostenlos Decken zur Verfügung. Und wenn die Sonne lacht, gibt's Sonnencreme gratis dazu."

(NGZ/rl)
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