Neuss: Der IT-Vordenker aus Düsseldorf

Neuss: Der IT-Vordenker aus Düsseldorf

ITK-Chef Meyer-Falcke talkt auf dem blauen NGZ-Sofa: "Wir wollen wachsen."

Er ist Facharzt für Arbeitsmedizin, Beigeordneter in Düsseldorf und Verbandsvorsteher der ITK Rheinland, jetzt war Andreas Meyer-Falcke Talkgast auf dem blauen NGZ-Sofa. Zunächst zeigten einige Fotos prägnant, wie Meyer-Falcke lebt, denkt und arbeitet - oft in Sportkleidung. "Es geht nicht darum, dass wir uns um die Gesundheit der Menschen kümmern. Jeder muss sich um seine eigene Gesundheit kümmern - aber ich gehe mit gutem Beispiel voran", sagte er.

Im Zentrum stand allerdings das Thema Digitalisierung. "Wir müssen lernen, mit der digitalen Revolution umzugehen und ihre Vorteile zu nutzen", sagte Meyer-Falcke. "Die Digitalisierung ist aber nicht das wichtigste Thema, denn das ist die (Aus-)Bildung - das geht natürlich auch mithilfe von Digitalisierung." Die Digitalisierung könne auch ein Instrument dabei sein, den demografischen Wandel in den Griff zu bekommen. In einigen Jahren werde sich die Stadtverwaltung in Düsseldorf deutlich reduziert haben, wenn nicht dagegen gesteuert werde. Behördengänge werden zunehmend online zu erledigen sein.

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Als IT-Dezernent hat Meyer-Falcke vom Stadtrat zwölf Millionen Euro Budget für die Digitalisierung bekommen - ein deutliches Zeichen. "Nur digital geht es allerdings nicht, da fehlt die soziale, die gesellschaftliche Komponente. Es muss beide Möglichkeiten geben", betont er. Auch in der Medizin fehle ansonsten der Faktor Mensch. "Auch dort wird sich das Personal in den nächsten Jahren halbieren. Damit gehe viel Erfahrung. Meyer-Falcke sprach sich eindeutig für die Gesundheitskarte aus, auf der die Krankengeschichte gespeichert ist. "Wir müssen es nachholen, über den Mehrwert zu informieren. Nutzen und Datenschutz stehen nicht im Widerspruch." Seiner Meinung nach müssten sich die Deutschen von dem Bestreben, stets alles richtig machen zu wollen, entfernen. "Wir müssen experimentieren und auch in Kauf nehmen, dass etwas mal schiefgeht", sagte er.

Als Verbandsvorsitzender der ITK Rheinland, dem größten kommunalen IT-Dienstleister in NRW, könnte er sich auch Angebote im Bereich Gesellschaft und Medizin vorstellen. "Wir befinden uns im Wachstum und werden in der laufenden Landes-Legislaturperiode weiterkommen. Ich werbe dafür, über den Tellerrand zu schauen und dass nicht jede Stadt ihr eigenes Ding macht. Ich bin ein Vordenker, dem glücklicherweise viele folgen."

(vest)