Der Eifelverein Neuss wehrt sich mit neuen Ideen gegen sinkende Mitgliederzahlen.

Angebote in Neuss : Eifelverein wirbt für das Wandern in der Gruppe

Der Eifelverein wehrt sich mit neuen Ideen gegen sinkende Mitgliederzahlen.

Wandern ist populär wie nie zuvor, allerdings nicht in der Gruppe. Das merkt auch der Eifelverein Neuss, einst die mitgliederstärkste Ortsgruppe des in Düren beheimateten Gesamtvereins. Auf 600 Wanderfreunde ist der Stamm der Beitragszahler abgeschmolzen. Dem sieht der Vorstand um Karlheinz Irnich nicht tatenlos zu.

„Wir sind für Sie da“ heißt es auf dem ersten Werbeflyer in der mehr als 110-jährigen Vereinsgeschichte, mit dem der Verein neue Mitglieder auf sich aufmerksam machen will. Mund-zu-Mund-Propaganda reicht nicht mehr. Dazu kommt eine kleine Service-Offensive. Die bezieht sich auf die elf Rundwanderwege in Neuss und das Heft mit dem Jahreskalender.

Erstmals werden die Ausflugsangebote darin mit Bildern illustriert, die einen ersten Eindruck vom Reiseziel und Lust auf das Mitmachen vermitteln sollen. Und ein neues Markierungssystem hilft dabei, sich in dem 140 Seiten starken Heftchen besser orientieren zu können. Das ist deswegen so dick, berichtet Vereinssprecherin Ursula Quack, weil der Verein wieder ein Paket mit über 150 Veranstaltungen geschnürt hat. Darin sind die 84 Auftritte der Eifelvereins-Musikanten, die 2019 zusammenkamen, noch gar nicht erfasst. „Wer möchte“, sagt Quack, „kann dreimal in der Woche an einer Vereinsveranstaltung teilnehmen.“

Die 41 Tagestouren mobilisierten im Vorjahr 735 statistisch erfasste Wanderer, an den immerhin 26 Halbtagswanderungen nahmen 501 Mitglieder teil, Exkursionen und Radwanderungen verbuchten noch einmal 267 Teilnehmer. Nicht erfasst wird die Teilnahme an den Spielenachmittagen, beim Boulespiel im Jahnstadion, an den monatlichen Kegelabenden, aber auch den Vereinsversammlungen. Dieses breite Angebot der Geselligkeit wird nach Darstellung von Karlheinz Irnich immer besser angenommen.

Vereinsintern war zuletzt kritisiert worden, dass der Wanderclub zwar Eifelverein heißt, 2019 aber nur zehn Mal tatsächlich mit einer Gruppe in dieser Region unterwegs war. Man sei dabei, das etwas aufzustocken, sagt Irnich, doch stößt diese Absicht auf echte logistische Probleme. Denn Ziele in der Eifel sind mit Bus und Bahn immer schwerer zu erreichen. Busse zu chartern, wiederum ist zu teuer, eine Anreise in Mitfahrgelegenheiten lehnen viele Mitglieder auch aus Gründen des Umweltschutzes ab. So rücken die besser erschlossene Rheinschiene, das Bergische Land oder das Schwalm-Nette-Gebiet stärker ins Blickfeld.

Das gemeinsame Hobby möchte der Wanderverein auch in Neuss selbst fördern. Das tut er mit Angeboten in der Region und dem eigenen Wegenetz. Die Infotafeln an den elf Rundwanderwegen müssen noch überarbeitet werden, doch wurden die Wege inzwischen in beide Richtungen neu markiert und digitalisiert. Die Wanderkarten können von der Internetseite des Vereins heruntergeladen werden, sind aber auch in der Tourist-Info erhältlich.