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Denkmalschutz in Grefrath: Bejähriger Hof wird zu Wohnzwecken umgebaut

Denkmalschutz in Neuss-Grefrath : Historischer Hof wird Luxus-Wohnraum

Projektentwickler „DJS“ will im Bejähriger Hof zwischen Grefrath und Dirkes 14 Wohnungen schaffen. Das Interesse ist schon groß, der Preis für die exklusive Lage nicht ohne. Rund 4400 Euro je Quadratmeter werden aufgerufen.

Auf einem alten Bauernhof zu leben, gilt für viele als attraktiv. Doch das Angebot an alten Hofstellen wird immer kleiner. Olaf Diel und Kai Jensen vom Neusser Projektentwicklungsbüro „DJS“ sind deshalb froh, den Bejähriger Hof gefunden zu haben – und kaufen zu können. Der Bauantrag zur Umwandlung des denkmalgeschützten Hofes in 14 Wohneinheiten ist gestellt, eine Genehmigung erwarten die Investoren noch in diesem Frühjahr. Deshalb haben sie mit dem Maklerbüro von Alexander Busch den Vertrieb gestartet. Doch das Rennen ist fast gelaufen. „Es gab schon vorher etliche Interessenten“, sagt Busch.

 Kay Jensen und Olaf Diel (l.) bauen das Denkmal um.
Kay Jensen und Olaf Diel (l.) bauen das Denkmal um. Foto: Christoph Kleinau

Das Büro DJS, ein nur fünf Köpfe zählendes Unternehmen mit Sitz an der Hamtorstraße, kehrt mit dem Bejähriger Hof an seine Wurzeln zurück. Am Anfang der Unternehmensgeschichte stehen der Umbau des Dycker Weinhauses, des Böxhofes oder des alten Telegrafenamtes in Neuss, allesamt denkmalgeschützte Objekte. Inzwischen hat DJS auch das Segment Neubau besetzt und plant gerade Einfamilienhäuser auf dem Grundstück der ehemaligen Villa Müller, zwischen Vellbrüggener Straße und Bahnstraße in Norf. Mit dem Ratsbeschluss zum Bebauungsplan rechnet Makler Busch im April, „danach wird zügig abverkauft“.

Vor mehr als eineinhalb Jahren hat DJS den Bejähriger Hof, der in der Feldflur zwischen Grefrath und Dirkes liegt, erworben. Mehr als neun Monate wurden seitdem in die Bestandsaufnahme des Objektes investiert. Daraus ergab sich nicht nur der Bau- beziehungsweise Sanierungsaufwand, sondern auch der Zuschnitt der Wohnungen, die in Haupthaus, Stallungen und Remise entstehen. „Die Auflage war“, sagt Olaf Diel zur Grenzziehung zwischen den Einzelobjekten, „den Punkt zu finden, der am wenigsten in die historische Baustruktur eingreift“.

Bei dieser Einteilung in der Breite, die sich an Balkenkonstruktionen oder Einschnitten ergibt, resultiert fast zwangsläufig, dass keines der Häuser einem anderen gleicht. So entstehen Einheiten zwischen 80 und 170 Quadratmetern Wohnfläche auf mehreren Ebenen. Mit der Wohnungsgröße korrespondieren die dazugehörigen Gärten. Die Grundstücksgrößen liegen deshalb zwischen 160 und 750 Quadratmetern. Dazu kommen Parkplätze (zum Teil mit Carport) auf dem öffentlichen Teil der 14.700 Quadratmeter großen Liegenschaft. Obstwiese und ein historischer Graben gehören zur Allgemeinfläche, die gemeinschaftlich in Schuss gehalten werden muss. Benachbart zur Hofstelle steht noch eine Halle, die von einem Containerdienst genutzt wurde. Sie wird vom Alteigentümer abgetragen, die Fläche wieder zu Ackerland, sagt Jensen. Zum Konzept gehören auch die gemeinschaftliche Versorgung mit Wärme und warmem Wasser oder die Regenwasser-Versickerung auf der Anlage.

Das „Wohnen im Denkmal“ hat allerdings seinen Preis. Rund 4400 Euro je Quadratmeter kalkuliert Jensen über den Daumen. Das liegt in der Tabelle der Neusser Immobilien-Börse in der Spitze — selbst für sehr gute Lagen.