Neuss: Denkmalpflege in Neuss bangt um NRW-Zuschuss

Neuss : Denkmalpflege in Neuss bangt um NRW-Zuschuss

Experten fürchten: Das Land zieht sich aus der freiwilligen Förderung der Denkmalpflege zurück. "Stimmt nicht", sagt Reiner Breuer (SPD).

Heute ist der "Internationale Tag des Denkmals". Auch die Liste der profanen und sakralen Bauten, die in Neuss unter Schutz gestellt wurden, ist lang. Sie sind Zeugen der Geschichte und Gesichter der Stadt. Droht ihnen jetzt der schnelle Verfall? "NRW hat kein Geld mehr für den Denkmalschutz" titelte unlängst die Tageszeitung "Die Welt" — in anderen Medien lauteten die Überschriften ähnlich.

Foto: Berns, Lothar (lber)

"Unsinn", sagt Reiner Breuer, "die Diskussion über Mittelkürzungen ab 2014 hat keine reale Grundlage." Für den Neusser SPD-Landtagsabgeordneten, der auch baupolitischer Sprecher seiner Fraktion ist, sind hingegen die bisherigen Leistungen des Landes NRW für die Denkmalpflege "ganz real". Sie belaufen sich in diesem Jahr nach seinen Angaben auf 51,394 Millionen Eure und seien somit im Vergleich zum Vorjahr lediglich um 25 000 Euro reduziert worden. Von einem Rückzug aus dem Denkmalschutz könne weder heute noch in Zukunft die Rede sein.

Warum also der Aufschrei? Richtig ist, dass mit der Verabschiedung des Haushaltes 2013 die freiwilligen Landeszuschüsse für Bau- und Bodendenkmäler gegenüber dem Vorjahr um zwei Millionen auf 9,3 Millionen Euro zurückgefahren wurden. Als dann noch bekannt wurde, dass die Regierung offenbar mit dem Gedanken gespiele, über eine Reduzierung auf 3,3 Millionen Euro im kommenden Jahr spätestens 2015 aus der Förderung der Archäologie und Denkmalpflege gänzlich auszusteigen, setzte ein Proteststurm ein.

Für die 1985 gegründete "Deutsche Stiftung Denkmalschutz" zeigte sich Ursula Schirmer "erschrocken". Es sei "bedenklich", so die Pressesprecherin der Stiftung, die einst das Neusser Marie-Curie-Gymnasium besuchte, wenn sich ein so großes Bundesland wie Nordrhein-Westfalen aus der Förderung zurückziehe: "Ohne Zuschüsse geht es nicht." Die Deutsche Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte — kurz DGUF — hat nach eigenen Angaben bereits 17 000 Menschen gewonnen, die ihre Online-Petition gegen die Mittelkürzungen durch ihre Unterschrift unterstützen. Der Neusser CDU-Chef Jörg Geerlings unterstützt den Protest: "Die rot-grüne Regierung setzt in den Nischen den Rotstift an, wo sie keine Lobby vermutet." Das habe System. Geerlings fürchtet, dass weitere Kosten bei den Kommunen hängen bleiben. Die These weist der Grünen-Landtagsabgeordnete Hans Christian Markert zurück: "Für 2013 haben wir umgeschichtet. Das ist kein Rückzug." Die Mittel für den städtebaulichen Denkmalschutz seien erhöht worden. Zum Schluss eine Zahl: Zuletzt flossen für die Denkmalpflege 27 000 Euro nach Neuss.

(NGZ)