Neuss: Den Baustart verschleppt

Neuss: Den Baustart verschleppt

Das alte Vereinsheim der SVG Weissenberg weicht einem Kita-Neubau. Die gegebenen Zusagen der Stadt stehen aus.

An der Hubert-Schäfer-Sportanlage in Weißenberg stehen alle Zeichen auf Abbruch. Das alte Vereinsheim soll verschwinden und an seiner Stelle ein neuer Kindergarten gebaut werden. Doch die Rahmenbedingungen, die der SVG Weissenberg als Sportverein mit Heimrecht auf der Anlage an der Neusser Weyhe zugesichert wurden, sind bis heute nicht geschaffen. So gab es zwar Montag nicht den angekündigten Abbruchbeginn, dafür gestern - mal wieder - einen Behördentermin vor Ort. "Wir sind stinkesauer", betont Hans-Josef Holtappels, Vorsitzender der Sportvereinigung.

Schon im Sportausschuss hatte Notker Becker vergangene Woche auf die nicht eingehaltenen Versprechen der Stadt hingewiesen. Der Eingang wurde noch nicht verlegt, die Garagen, die für Gerät gebraucht werden, noch nicht gebaut und der neue Zugang noch nicht beleuchtet, rügte er. "Ist sichergestellt, dass der Sportbetrieb gewährleistet ist, wenn der Abbruch beginnt?", fragte Becker.

"Das wird schon klappen", versichert Planungsdezernent Christoph Hölters, der in das Projekt aber nur noch am Rande eingebunden ist. Denn der Bau des Kindergartens wurde zur Entlastung des Gebäudemanagements an den Neusser Bauverein übertragen, während Zugang und dergleichen Sache des Sportamtes sei und damit nicht in sein Ressort falle.

Mit dieser Veränderungen der Zuständigkeiten ist die Verzögerung wohl zum Teil zu erklären. Hinzu kommt, dass das Projekt größer geworden ist, als es das Stichwort Kita-Neubau ausdrückt. Gleichwohl beschäftigt das Thema Stadt und Verein schon Jahre. Der Erbpachtvertrag, mit dem die Fläche des Vereinsheims für eine neue Nutzung aus dem Sportpark herausfiletiert wurde, datiert aus dem Jahr 2014, die konkreten Verhandlungen etwa zur Verlagerung des Haupteingangs begannen nach Holtappels Darstellung am 16. Oktober 2016. Ihn erbost deshalb, dass die Verwaltung das Angebot für die beiden Geräte-Garagen, die der Verein auch noch mitbezahlen muss, nicht akzeptiert, ihm zum gestrigen Termin vielmehr nur zwei weitere Firmen genannt wurden - die er jetzt noch um ein Angebot bitten soll. "Also das ist so etwas von unbefriedigend", sagt Holtappels.

17.000 Euro sollen die Garagen kosten. Sie entstehen als Ersatz für Räume im alten Vereinsheim, die die SVG noch nutzt. 85.000 Euro wiederum veranschlagt die Stadt für die Verlegung des Haupteinganges um etwa 300 Meter - direkt neben die Fackelbauhalle der Schützen. Dort müsste auch ein neues Kassenhäuschen entstehen. Die Verlegung wäre doppelt sinnvoll, sagt Holtappels, denn so wird der Sportbetrieb nicht durch Abbruch- und Neubauarbeiten und im Anschluss durch den Betrieb der Kita gestört, während Zuschauer bei Sportevents ihre Autos künftig am Nordbad parken und die Bezirkssportanlage einfacher erreichen können.

Gegen einen baldigen Abbruch des Vereinsheimes spricht noch, dass von dort aus die Flutlichtanlage gesteuert wird. Diese Technik müsste noch ins neue Vereinsheim verlegt werden. Zudem ist die Heizung im alten Heim über einen Contracting-Verlag nur geleast worden, muss also noch ausgebaut werden.

Dirk Reimann vom Bauverein geht aber davon aus, dass der Abbruch noch im laufenden Monat startet - und die 2,8 Millionen Euro teure neue Kita zum Beginn des Kindergartenjahres am 1. August 2019 fertig wird. Seine Joker: Ein Generalunternehmer, mit dem der Bauverein schon gut zusammengearbeitet hat - und Architekt Markus Schmale. Der hat für das städtische Tochterunternehmen bereits einige Kitas gebaut. "Bei ihm kann man die Uhr danach stellen, dass er pünktlich fertig wird", sagt Reimann.

Christoph Kleinau

(NGZ)