Neuss: Debatte um vierte Gesamtschule

Neuss: Debatte um vierte Gesamtschule

Wenn sich die Politik für eine vierte Gesamtschule entscheidet, könnte die bereits zum Schuljahr 2013/14 eingerichtet werden. Noch fehlt ein Entschluss – doch Vorschläge für einen Standort der neuen Schule gibt es bereits.

Wenn sich die Politik für eine vierte Gesamtschule entscheidet, könnte die bereits zum Schuljahr 2013/14 eingerichtet werden. Noch fehlt ein Entschluss — doch Vorschläge für einen Standort der neuen Schule gibt es bereits.

Die vierte Gesamtschule für Neuss, sie könnte bereits im kommenden Jahr eingerichtet werden. Das ist das Ergebnis einer Sitzung der Zukunftswerkstatt Schule, bei der sich die politischen Fraktionen mit der Stadtverwaltung austauschen. Wo die neue Schule stehen könnte, wollten SPD und Grüne nun im Schulausschuss klären — und holten sich eine herbe Abfuhr von der CDU, die das Thema erst intern klären will.

"Dabei hat die Zukunftswerkstatt deutlich gemacht, dass wir eine neue Schule nur dann einrichten können, wenn wir uns an einen straffen Zeitplan halten", sagt Gisela Hohlmann (SPD), stellvertretende Vorsitzende des Schulausschusses. Sie hatte den Antrag gestellt, mögliche Schulstandorte zu prüfen, etwa in Norf, wo die Geschwister-Scholl-Hauptschule ausläuft, oder an der Weberstraße, wo angesichts der leerstehenden Dreikönigenschule viele Veränderungen im Schulzentrum anstehen.

Die CDU jedoch blockierte sowohl den Antrag als auch die aufkommende Diskussion. "Wir haben unsere Meinung fraktionsintern noch nicht abgestimmt", erläutert CDU-Ratsfrau Angelika Quirin-Perl, die im Ausschuss den Antrag auf ein Ende der Debatte gestellt hatte. "Die Entscheidung über eine neue Schule wird Neuss für Jahrzehnte prägen", sagt Quirin-Perl, die vor "unnötige Nervosität" warnt. "Deswegen sollte die Entscheidung überlegt, und nicht überstürzt fallen".

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Den Einwand der Grünen, für die im Ausschuss Dieter Zander darauf drängte, doch zumindest die Machbarkeit einzelner Standorte zu prüfen, ohne sich bereits auf eine Schulform festzulegen — denn immerhin ist die Sekundarschule immer noch Teil der Überlegungen — wollte die CDU nicht folgen.

Das Thema lässt die Parteien nicht los, insbesondere die SPD-Fraktion, die sich bereits dafür entschieden hat, sich für eine vierte Gesamtschule auszusprechen. "Auch weil die Schule, sollte sie später nicht genügend Oberstufenschüler haben, zu einer Sekundarschule umgewandelt werden könnte", erläutert Gisela Hohlmann, die für eine vierte Gesamtschule im Stadtteil Norf wirbt.

"Dann hätten wir eine Gesamtschule im Norden der Stadt, zwei mittig und eine im Süden", so Hohlmann, die sich vorstellen kann, dass Räume der auslaufenden Geschwister-Scholl-Hauptschule für die neue Schule genutzt werden könnten. Auch dass die Realschule Norf auslaufen, beziehungsweise in der neuen Gesamtschule aufgehen könnte, ist Teil der SPD-Überlegungen.

Dass auch das Schulzentrum an der Weberstraße in den Blick genommen wird, hat angesichts der ungewissen Zukunft der Dreikönigenschule besondere Brisanz. Elternvertreter sind bereits alarmiert. "Es darf nicht sein, dass die Grundschule zugunsten einer neuen Gesamtschule aufgegeben wird", fordert Ralf Mainz vom Stadtelternrat.

(NGZ)
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