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Neuss: Das Stadionviertel hat viele Sehenswürdigkeiten

Neuss : Das Stadionviertel hat viele Sehenswürdigkeiten

Stadtführer Helmut Wessels zeigte am Samstag seinen "Heimatstadtteil" und berichtete dabei viel Interessantes.

"Von der Eisenbahn bis zur Autobahn, von der Wiege bis zur Bahre" – so charakterisierte Helmut Wessels bei seiner Führung im Rahmen der Reihe "Neusser Kanten" das Stadionviertel. Er meinte damit neben den Verkehrsverbindungen auch das Lukaskrankenhaus und den Friedhof.

Die zweistündige Führung war mit über 30 Teilnehmern gut besucht. Der 50-Jährige hatte sich sehr gut vorbereitet, konnte viel Interessantes berichten. "Der Straßenname ,In der Huppertslaach' deutet darauf hin, dass hier ein altes Sumpfgebiet war", erfuhren die Teilnehmer dem Rundgang, der auch zur St. Pius-Kirche führte. Die wirkt von außen wie ein Bunker. Das liegt an der reichlichen Verwendung von Beton und daran, dass der Architekt Joachim Schürmann mit Fensterflächen sparsam umging. Das Hauptportal ist an den Dreifaltigkeitsreliefs erkennbar. Schnell hinüber zum Lukaskrankenhaus: Helmut Wessels zeigte auf einem Foto, wie das 1911 errichtete Haus einst aussah – wie ein kleines Palais. Heute steht von den ursprünglichen Gebäuden nur noch das ehemalige Infektionshaus, und auch der Westflügel blieb vom Bombardement im Zweiten Weltkrieg einigermaßen verschont. Nicht weit davon entfernt: Das Marianum. Es wurde 1908 als Notburga-Haus von den Töchtern vom Heiligen Kreuz in Betrieb genommen – dort waren bis zu 300 schwer erziehbare Mädchen untergebracht. 1929 zogen sich die Ordensschwestern zurück, das Gebäude wurde fortan vom Krankenhaus mit genutzt, bis es 1962 zum Marianum wurde, das übrigens auch Helmut Wessels besucht hat. Es wurde 2006 in Eigentumswohnungen umgewandelt. Die Kapelle hat der Künstler Heinz Mack gestaltet – sie war bei der Stadtführung leider nicht zugänglich. Der Benedikt-Trakt und das Schwimmbad sind längst verschwunden, das Areal wurde in ein modernes Wohngebiet verwandelt. Der große Bunker wurde weggebaggert. An das Wohngebiet grenzt das Jahnstadion, das dem Viertel seinen Namen gab. "Ursprünglich sollte diese Sportstätte dort errichtet werden, wo heute die Rennbahn ist", erklärte Wessels. Früher fanden dort Radrennen mit mehr als 10 000 Zuschauern statt. Und die Tennisplätze gibt es schon seit den 1920er Jahren.

(NGZ)