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Shakespeare Festival in Neuss: Das Shakespeare-Festival im Globe-Theater

Shakespeare Festival in Neuss : Das Shakespeare-Festival im Globe-Theater

Mal war es eine Reihe von Badekabinen, dann ein runder Wohnwagen aus den 60ern, jetzt sind es Dixie-Klos, die auf der Bühne stehen. Regisseur Dan Jemmet ist weder um Regie- noch um Ausstattungseinfälle verlegen und immer dann besonders fantasievoll, wenn er sich Shakespeare widmet.

Mit seiner Version der "Komödie der Irrungen" (auf Französisch) und dem Ensemble des Théâtre de Vidy aus Lausanne beginnt heute das Shakespeare-Festival im Neusser Globe. Und weil der Inszenierung das Gelächter förmlich vorauseilt, dürfte der Auftakt eine wahrlich skurrile Angelegenheit werden.

Der in London geborene, auch in Frankreich und der Schweiz arbeitende Jemmet gehört zu jenen Künstlern, die immer mal wieder auf der Einladungsliste von Programmmacher Rainer Wiertz stehen. Der Kulturreferent der Stadt Neuss konzipiert das Shakespeare-Festival seit 21 Jahren und hat sich dafür ein internationales Netzwerk aufgebaut. Dazu gehört auch die nur aus Männern bestehende Propeller Company aus Newbury, die ebenfalls die "Komödie der Irrungen" (in Englisch) zeigt, aber sie mit dem wohl blutigsten Drama Shakespeares, "Richard III.", kombiniert.

Dass ein Stück schon mal in zwei Versionen gezeigt wird, ist im Neusser Globe nichts Ungewöhnliches. Aber gleich vier Mal — das hat es bisher noch nicht gegeben. In Englisch (zweimal), Deutsch und Koreanisch wird die Geschichte des Dänenprinzen Hamlet erzählt — "um zu zeigen, wie welthaltig der Stoff wirklich ist", begründet Wiertz. Höhepunkt des kleinen "Hamlet-Festivals" dürfte die Inszenierung der Yohangza Theatre Company aus Seoul sein, die das Drama um das Schamanentum der buddhistischen Kultur bereichert.

Insgesamt stehen 32 Veranstaltungen von 15 verschiedenen Aufführungen auf dem vierwöchigen Spielplan des Festivals. Sie stammen von bereits bekannten Truppen wie der bremer shakespeare company, aber auch vom RLT aus Neuss oder Neuentdeckungen wie den "Romeo & Julia Kören" aus Stockholm. Damit kommt nicht nur dieser Chor, sondern zum ersten Mal überhaupt ein schwedisches Ensemble nach Neuss. Es präsentiert Macbeth's blutige Geschichte in prächtigen Kostümen zu Kompositionen von Josquin Desperez (1450—1521). Rund 13 500 Besucher werden in Neuss erwartet.

(NGZ)