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Neuss: Das "Lukas" hat einen neuen Chef

Neuss : Das "Lukas" hat einen neuen Chef

Nicolas Krämer leitete bislang eine Klinik in Soest, nun ist er ans Lukaskrankenhaus gewechselt.

Die Fußstapfen sind groß, die Sigurd Rüsken, kaufmännischer Geschäftsführer des Lukaskrankenhauses, der in den Ruhestand gegangen ist, hinterlassen hat. Doch seinen Nachfolger Nicolas Krämer, der seit 1. Juli das Ruder übernommen hat, schreckt das nicht. "Denn die Stelle wollte ich unbedingt haben", sagt der 40-Jährige. Er sehe es als Herausforderung, dieses "hervorragend aufgestellte Krankenhaus mit exzellentem Ruf" kaufmännisch zu leiten. "Daher wird es mit mir auch keinen radikalen Kurswechsel geben", kündigt er an.

Dass Krämer, der in Hamburg aufwuchs, einmal Krankenhaus-Manager werden würde, zeichnete sich nach dem Abitur nicht ab, denn ins Berufsleben startete er mit einer Ausbildung zum Beton- und Stahlbetonbauer. "Mein Vater kommt aus der Baubranche, da erschien das passend", erzählt Krämer, der nach der Lehre begann, Bauingenieurwesen zu studieren. Parallel schrieb er sich für Wirtschaftswissenschaften an der Uni Duisburg-Essen ein und stellte fest, "dass mich das Kaufmännische viel mehr faszinierte", erzählt Krämer.

Statt nach neun schloss er bereits nach sieben Semestern das Studium ab. Anschließend ging er zur international tätigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG. "Damals hatte ich die Vorstellung, ich würde für große DAX-Konzerne arbeiten, träumte von Aufträgen in New York, London oder Asien", erzählt Krämer. Stattdessen wurde er zur Prüfung einer Reha-Klinik ins Sauerland geschickt. Der anfänglichen Enttäuschung zum Trotz war das ein spannender Bereich, wie er schnell herausfand.

Denn Anfang des neuen Jahrtausends gab es einen Paradigmenwechsel in der Krankenhauslandschaft. War bislang eine lange Verweildauer von Patienten eine wirtschaftliche Garantie für die Kliniken, gab es nun festgelegte Summen für bestimmte Behandlungen - unabhängig von deren Dauer. Das Thema faszinierte Krämer so sehr, dass er über "Strategisches Kostenmanagement im Krankenhaus" auch promovierte.

2009 wechselte Krämer als Bereichsleiter Finanz- und Rechnungswesen an die Kaiserswerther Diakonie in Düsseldorf. 2012 wurde er Direktor am Marienkrankenhaus in Soest. Im selben Jahr heiratete er. Mit seiner Frau und seiner kleinen Tochter Tochter Amélie lebt er derzeit noch in Düsseldorf, sucht aber bereits nach einem Haus in Neuss.

Krämer, der sich gerne maritimer Vergleiche bedient, sagt: "Das Lukas mit seinen Tochtergesellschaften ist ein Ozeanriese." Dagegen sei er in Soest eher mit einem Schnellboot unterwegs gewesen. "Aber Angst vor dieser Herausforderung habe ich nie gehabt, denn ich sehe mich schon als Kenner der deutschen Krankenhaus-Szene."

Seine wichtigsten Aufgaben sehe er darin, das Lukas auf kommende Anforderungen vorzubereiten. "2015 wird der Krankenhausrahmenplan NRW scharf geschaltet", sagt Krämer. Dieser verlange eine zehnprozentige Bettenreduzierung in allen Krankenhäusern. "Das wird vor allem den HNO-Bereich und die Chirurgie betreffen." Gefördert werde im Krankenhausrahmenplan dagegen das Gebiet der Altersmedizin. Daher werde er für dass "Lukas" anstreben, eine geriatrische Fachabteilung aufzubauen. Ihm als Kaufmann ist vor allem wichtig: "Immer eine Handbreit mehr Einnahmen als Ausgaben unterm Kiel."

(NGZ)