Das Jahnstadion in Neuss wird modernisiert. Für andere Vorhaben fehlen Kapazitäten

Sportstätten-Modernisierung in Neuss: Der Umbau des Jahnstadions beginnt

Bis zum November wird die größte Sportanlage modernisiert. Das schöpft alle Kapazitäten der Stadt aus. Das Nachsehen haben die Reuschenberger, die 2019 keinen Kunstrasenplatz bekommen.

Wässern und Walzen stehen noch aus, dann ist auch die Sanierung des zweiten Tennenplatzes auf der Bezirkssportanlage Gnadental fertig. Im Mai soll er bespielbar sein. Damit kann die Stadtverwaltung hinter die Aufgabe mit der höchsten Priorität bei den Sportinvestitionen in diesem Jahr einen Haken machen und sich der Nummer zwei zuwenden: der Modernisierung des Jahnstadions. Dieses Projekt ist so umfangreich, dass die SPD-Fraktion 2019 schon zu einem besonders „wichtigen Jahr in der Geschichte des Stadions“ ausruft. Doch für Nummer drei auf der Liste reicht es nicht mehr.

 „Das war eine böse Überraschung“, sagt Willi Mohren, Geschäftsführer des TuS Reuschenberg, der erst in der Sitzung des Sportausschusses in dieser Woche erfuhr, dass auf der Bezirkssportanlage an der Jakob-Koch-Straße in diesem Jahr doch kein Kunstrasen verlegt wird. Die Politik reagierte ebenso ungehalten, denn erst im November hatte der Rat noch einmal seinen ausdrücklichen Wunsch bekräfigt, dass dieser Platz 2019 fertig wird. Nun stellt Stefan Diener vom Amt für Stadtgrün, Umwelt und Klima eine Fertigstellung frühestens im Sommer 2020 in Aussicht. „Nehmen wir das so hin?“, fragte Rolf Knipprath (CDU), der darauf drängte, auf den gefassten Beschluss zu bestehen. Doch alles Lärmen half nicht. „Wir haben nicht die Kapazitäten“, sagte Diener – und das akzeptierte am Ende sogar die Politik.

Aber im Jahnstadion geht es los. Für grob kalkuliert 2,8 Millionen Euro wird die größte städtische Sportanlage bis in den November hinein grundlegend umgestaltet. Allerdings wurden die Ausbaupläne, die schon in Bürgerinfo-Veranstaltungen vorgestellt worden waren, in zwei Punkten geändert. Eine zweistufige Tribünenanlage, die zwischen zwei Spielfeldern platziert werden sollte, wurde im Nachhinein gestrichen. Zudem wird ein Kleinspielfeld nur als Tennenplatz, also mit einer Aschedecke, angelegt. Damit spart die Stadt nach Auskunft des Fachplaners Norbert Seeger vom Büro „Müller und Partner Landschaftsarchitekten“ etwa 200.000 Euro, ohne dass es Einbußen an der Qualität des Gesamtvorhabens gibt.

Mit dem Rotstift versucht das Unternehmen, trotz steigender Preise im Baugewerbe im Budget zu bleiben. „Der Markt ist ausgereizt, weil so viele Förderpakete angestoßen wurden“, sagt Seeger. Auch die Stadt hofft auf rund eine Million Euro aus Fördergeldern für das Jahnstadion. Die Sportler können sich nach Auskunft von Dieter Welsink (CDU) bald über eine modernisierte Flutlichtanlage und eine Tenniswand freuen. Ferner fließt Geld in den Bau einer Finnenbahn, einen Calisthenics-Bereich mit Kletterwand sowie eine Tartanbahn. Ebenso werden Toiletten und Aufenthaltsräume saniert. Und: Die Anlage erhält einen neuen Kunstrasenplatz. „Wenn die Bagger fertig sind, wird das Jahnstadion eine neue Sportstätte sein“, sagt Welsink. Dem kann Sascha Karbowiak (SPD), der auch auf geplante Verbesserungen für den Tennissport hinweist, nur zustimmen. „Das Stadion lag lange genug im Dornröschenschlaf.“

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