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Zigaretten-Streit in Neuss: Das ist Napps "Raucherhöhle"

Zigaretten-Streit in Neuss : Das ist Napps "Raucherhöhle"

Die Initiative "Pro Rauchfrei" kündigt Besuche im Neusser Rathaus an. Sie will sich selbst davon überzeugen, dass Bürgermeister Herbert Napp in seinem Dienstzimmer tatsächlich nicht mehr raucht, sondern dazu ein Raucherzimmer aufsucht, das jetzt auf dem Dezernentenflur eingerichtet wurde.

Das allerdings ist so karg und ungemütlich eingerichtet, dass allein der Anblick und der Aufenthalt darin ein Grund zum "Aufhören" sein könnte. Betreten hat Napp diese "Raucherhöhle" aber noch nicht — er weilt im Urlaub.

Mit der Einrichtung des Raucherzimmers könnte der Streit um den Nichtraucherschutz im rauchfreien Rathaus beendet werden. Den "Königsweg" dahin hatten offensichtlich Regierungspräsidentin Anne Lütkes, Landrat Hans-Jürgen Petrauschke und Napp im August in einem Sechs-Augen-Gespräch verhandelt. Napp machte einen schriftlichen Vorschlag für eine gesetzeskonforme Lösung daraus, die der Landrat als Kommunalaufsicht als "zielführend" bewertete. Der Vorschlag mit dem Raucherzimmer sei zwar noch nicht offiziell eingegangen, wäre aber gesetzlich zulässig, teilte ein Sprecher der Düsseldorfer Bezirksregierung mit. Die hatte Napp per dienstlicher Anweisung aufgefordert, das Qualmen im Dienstzimmer einzustellen.

"Das Gesetz erlaubt es leider", kommentierte Siegfried Ermer von "Pro Rauchfrei" diese Wendung. Sein Verband war gegen den Bürgermeister vorgegangen und hatte diesen als "Vesuv on Neuss" bundesweit bekannt gemacht. "Immerhin will sich das Stadtoberhaupt nun an das Gesetz halten — das ist ein Fortschritt", fügte Ermer hinzu. Er bleibt aber skeptisch.

Der neue Raucherraum — mit Fenstern zum Innenhof — ist nur über ein anderes Büro erreichbar und bestenfalls zweckmäßig möbliert. Einziger Schmuck des Zimmers ist eine schwarz-weiße Aktfotografie. Aber das ist ja nicht verboten — sondern Kunst.

(-nau/dpa)