Das Globe in Neuss wird fürs Shakespeare-Festival hergerichtet

Vorbereitungen auf Hochtouren : Festival-Putz rund um das Neusser Globe

Charlotte Kons ist seit fünf Jahren dafür verantwortlich, aus dem Außengelände und der Wetthalle ein stimmungsvolles Foyer zu machen.

Den roten Stift hat Charlotte Kons immer dabei. Damit streicht sie auf einer Liste alles durch, was das Team schon erledigt hat. Der rote Vorhang hinter der Theke — hängt. Picknicktische samt Bänken und Will’s Büdchen — stehen. Viele rote Striche gibt es schon. Muss es auch, denn am Donnerstag geht das Shakespeare-Festival los, wird „King Charles III.“ die Bühne im Globe betreten. Viel Zeit also bleibt nicht mehr, um das Chaos in ein stimmungsvolles Ambiente zu verwandeln. Doch Charlotte Kons ist gelassen. Genauso wie Kulturamtsleiter Harald Müller und Festivalchef Rainer Wiertz. Beide wissen, dass es die Künstlerin, die sie vor fünf Jahren engagiert haben, noch jedes Mal geschafft hat, rechtzeitig fertig zu werden.

„Das Schöne ist“, sagt sie zufrieden, „dass wir ein wirklich festes Festival etabliert haben. Wir müssen nicht jedes Jahr alles neu machen, sondern haben sehr gute Erfahrungen damit gemacht, immer wieder Kleinigkeiten zu ändern.“ So bleibt es beim farblich geteilten Bodenbelag aus Racing Green und dem typischen Festival-Rot, der im vergangenen Jahr ausprobiert wurde. Und nun sind auch die schwarzen Shirts der Mitarbeiter mit dem von dem Neusser Maler Stefan Kürten einst entworfenen Globe beflockt. Liebenswertes erhalten und ausbessern, so lange es möglich ist, ist Kons’ Credo.

Dazu gehört auch das Polstergestühl im Globe, das arg gelitten hat: „Statt die Sessel auszutauschen, haben wir die schadhaften Stellen mit Rosen besticken lassen“, sagt sie. Oder das alte Rennboot, das draußen vor der Halle stand und wirklich aussortiert werden musste: „Wir freuen uns sehr, dass wir es nicht einfach verschrotten mussten, sondern verschenken konnten“, sagt sie. Aber was macht man nun mit dem vielen Platz? „Wir stellen Throne auf!“ Für Ihn und für Sie, jeweils mit einer Krone dran, die sich jeder aufsetzen kann, um sich einmal wie ein King oder eine Queen zu fühlen und zu fotografieren.

Shakespeare goes Selfies — natürlich, so sagt Kons lachend, kann die moderne Zeit auch an dem Elisabethaner nicht vorbeigehen. Zwei große Throne stehen draußen schon bereit, aber Kons ist sicher, dass sie am Ende so nicht aussehen werden. Sechs Künstler gehören mit zu ihrem Team: Vilnis Putrams ist seit 16 Jahren dabei, ebenso wie Achim Hirdes. Dazu kommen Bernd Trassberger, Thomas Uphues, Heiko Reppel und Lars Wolter — allesamt haben neben ihrer künstlerischen Ausbildung (teilweise an der Kunstakademie Düsseldorf) auch eine handwerkliche Lehre gemacht.

Dieses Team ist vor allem in diesen Tagen aktiv. Später, und dann gleich für vier Wochen, sind es 35 Studenten, von denen die Hälfte aus Festival-Neulingen besteht. Sie bekommen die verschiedenen Stationen des Festivals präsentiert: Eisverkauf, Parkplatzzuweisung, Getränkeverkauf, Toilettenbereich... „Es ist immer eine bisschen schwerer, Jungen zu gewinnen“, sagt Harald Müller lächelnd. Die Mitarbeiter haben unterschiedliche Wurzeln und werden — davon ist Kons überzeugt — die „Basis für ein neues junges Neuss bilden“.

Einen neuen Weg ist Müller auch gegangen — in der Gastronomie. „Es bleibt beim gewohnten Angebot“, betont er, „aber wir stellen nur noch Personal, alles andere wird vom Wetthallen-Pächter Wunderbar organisiert.“ Über eine Umsatzbeteiligung hat er sichergestellt, dass dem Kulturamt „unterm Strich“ keine Einnahmen verloren gehen werden.

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