Das "Fest der Kulturen" zeigt die Vielseitigkeit der Stadt Neuss

Treffen aller Kulturen in Neuss : So international ist die Stadt Neuss

Beim „Fest der Kulturen“ stellten sich am Samstag Vertreter vieler Herkunftsländer vor. Leider blieb die Zahl deutscher Besucher klein.

Ein friedliches Zusammenleben von Menschen unterschiedlichster Herkunft und aus verschiedenen Kulturkreisen ohne Vorurteile und Konflikte: Dieses Ziel haben sich die Veranstalter vom „Fest der Kulturen“ in Neuss gesetzt. Um es zu erreichen, hat der Arbeitskreis „Integration und Migration der Stadt Neuss“ in Zusammenarbeit mit dem Integrationsamt und dem Integrationsrat vor zehn Jahren schlussendlich auch das „Fest der Kulturen“ ins Leben gerufen, das seither ein wichtiger Bestandteil der Integrationsarbeit in Neuss ist.

Am Samstag kamen bei gutem Wetter viele Menschen auf dem Freithof zusammen, um die kulturelle Vielfalt in Neuss zu feiern. Ebenso vielfältig gestaltet sich das Programm. es bot Gelegenheit zu sportlicher Aktivität, bot ein Bühnenprogramm mit Musik und einen „Markt der Möglichkeiten“, auf dem Vereine, Initiativen, Verbände und Institutionen eine Gelegenheit hatten. ihre Arbeit vorzustellen.

Das Angebot internationaler Spezialitäten aus der Türkei, Sri Lanka, Pakistan oder Frankreich bot reichlich Gelegenheit, Neues zu probieren, aber auch mit den Mitgliedern der jeweiligen Kulturvereine ins Gespräch zu kommen. Nilu (19) hat ihre Wurzeln in Sri Lanka und findet: „Das Fest ist eine gute Gelegenheit, verschiedene Kulturen kennenzulernen.“ Gerade die pakistanische und türkische Geschichte seien interessant für sie. Der Austausch mit Anderen käme ebenfalls zustande.

Familien mit Kindern begegnen sich an der Hüpfburg, dem Glücksrad oder beim Kinderschminken. Den Organisatoren lag es am Herzen, eine Veranstaltung für alle Altersgruppen auf die Beine zu stellen. Auch Bürgermeister Reiner Breuer war als Schirmherr unter den Besuchern, nachdem er das Fest eröffnet hatte.

Das Fest kommt gut an. Tarana Allakyarova vom Verein Logos beschreibt es einfach als „sehr schön“. Ihr Verein sei von Anfang an dabei und man freue sich jedes Jahr auf diese  Veranstaltung.

Zum Thema Integration in der Arbeitswelt äußert sich Christian Herrmanny, der Sprecher der St.-Augustinus-Gruppe. Sein Unternehmen, der größte kirchliche Arbeitgeber der Region, will das Fest auch nutzen, um junge Leute aller Nationalitäten für ein freiwilliges soziales Jahr ein Praktikum oder auch eine Ausbildung im Pflegebereich gewinnen. Bei der Arbeit mit Flüchtlingen seien die Sprachkenntnisse junger Migranten ein Vorteil und eine Hilfe, sagt er.

Der Austausch fremder Kulturen untereinander findet also statt. Eine Gruppe scheint sich aber zurückgehalten zu haben. Es seien „zu wenig Deutsche da“, findet Ehepaar Piel. Das Fest der Kulturen bietet auch Deutschen die Möglichkeit, andere Kulturen kennenzulernen und, wie es seitens der Veranstalter angestrebt ist, Vorurteile abzubauen. Sie selbst seien jedes Jahr dabei und finden es toll, wie freundlich alle sind und wie viel Mühe sich mit dem Essen gemacht wird.

Die Stimmung ist gut am Samstag, ob beim Essen, an den Ständen oder vor der Bühne, wo zum Gypsy Jazz der „Marion&Sobo Band“ getanzt wird und Kinder mit Luftballons umherlaufen.

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