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Neuss: Das „Einkaufszentrum plus“

Neuss : Das „Einkaufszentrum plus“

Reiner Breuer (SPD) startet eine Offensive für die Neusser City. Dazu möchte der SPD-Bürgermeisterkandidat viele Kräfte mobilisieren und bündeln. Nach dem Aus der Centerpläne ist er überzeugt: Jetzt handeln! Jetzt geht was.

Neuss Die Innenstadt muss geführt werden wie ein großes Einkaufszentrum - auch und obwohl sie ungleich mehr zu bieten hat als ein Konsumtempel auf grüner Wiese. Dieser Überzeugung ist Reiner Breuer, der als SPD-Fraktionschef und Bürgermeisterkandidat seiner Partei eine City-Offensive startet.

Grundlage dafür ist ein Sechs-Punkte-Plan, den Breuer jetzt seiner Fraktion vorgestellt hat. Kurzfristig zu erreichende Ziele stehen dort neben bestenfalls mittelfristig anzupeilenden Marken.

Damit weist das Konzept über den Termin der nächsten Kommunalwahlen hinaus. Und Breuer gibt zu: Dieses Konzept wird Teil seines Bürgermeisterwahlkampfes sein, an diesen Eckpunkten würde er auch als gewählter Bürgermeister festhalten. Und: An ihnen müsste er sich messen lassen.

Dass das Papier jetzt auf den Tisch kommt, hat zwei Gründe. Einmal ist Breuer der Überzeugung, dass nach dem endgültigen Aus aller Center-Pläne in der Innenstadt gehandelt werden muss - und dass unter dem Druck des künftigen Magneten Rheinpark-Center (Huma) Dinge erreichbar sind, die lange zwar notwendig aber unerreichbar waren.

Einheitliche Ladenöffnungszeiten, zum Beispiel. Zweitens ist Breuer irritiert über die derzeitige Diskussion, die sich am Thema Straßenbahn aufhängt und seiner Ansicht nach in die falsche Richtung weist. "Es ist an der Zeit, dass man bestimmte Dinge mal auf den Punkt bringt", sagt Breuer. Und dann wurden es sechs.

Die Straßenbahn ist für Breuer ein Muss. Sie garantiert - neben dem Bus -, dass die Innenstadt über den ÖPNV "optimal erreichbar ist". Reicht das? Breuer sagt Nein und fordert eine Debatte über die Parkgebühren. Wenn die Center ringsum mit kostenlosem Parkraum locken, müsste Neuss reagieren. Sein Vorschlag: zwei Stunden parken frei; zunächst auf Probe.

Mit der Stadtplanung vergangener Jahrzehnte hadert Breuer. In der Centerfrage auf das falsche Pferd gesetzt, das Konzept der "1000 kleinen Schritte" nur zum Teil umgesetzt, die historische Substanz zu wenig herausgestellt.

"Hausaufgaben machen", fordert Breuer, der die bestehende Satzung für die Werbeanlagen über Bord werfen und durch eine weitreichendere Gestaltungssatzung ersetzen will. So könnte man das Erscheinungsbild der City verbessern, das Historische betonen.

Den Freithof würde Breuer mit einem Kinderspielplatz aufwerten, den Münsterplatz vielfältiger und über neue Wegebeziehungen erlebbar machen. Wichtig dabei ist auch für ihn der Anschluss der Stadt an das Wasser. Dazu müssten nicht nur die Waterfront-Pläne umgesetzt, sondern die Batteriestraße vom Durchgangsverkehr befreit werden.

Sicherheit und Sauberkeit müssten verbessert werden - aber nicht durch Videoüberwachung, sondern eine Aufstockung des Kommunalen Servicedienstes. Vom Stadtmarketing fordert er Leitlinien einer abgestimmten Imageoffensive, vom Handel ein Werbekonzept. Unter anderem. Ohne den geht wenig.

(NGZ)