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Neuss: Das Amtsgericht sucht neue Schöffen

Neuss : Das Amtsgericht sucht neue Schöffen

Im kommenden Jahr beginnt landesweit die neue fünfjährige Amtsperiode für ehrenamtliche Schöffen. Auch die Stadt Neuss ist auf der Suche nach Ehrenamtlern, die sich für dieses Amt im Rechtswesen bewerben möchten.

Es ist ein Ehrenamt, das spannende Einblicke ins deutsche Rechtssystem ermöglicht, aber auch eines, das viel Verantwortung abverlangt, schließlich werden Schöffen für fünf Jahre in ihr Amt gewählt. In Neuss läuft derzeit die Suche nach neuen Schöffen, die sich dieses Ehrenamt zutrauen.

"Juristische Vorkenntnisse sind nicht notwendig", erläutert Susanna Asche, die im städtischen Rechtsamt für den Bewerbungsprozess zuständig ist, die Voraussetzungen für das Amt. Vielmehr sei vonseiten der Schöffen "gesunder Menschenverstand" gefragt, auch Entscheidungsfreude nennt Asche einen Wesenszug, den künftige Schöffen mitbringen sollten.

Der Einsatz von Schöffen ist gesetzlich vorgeschrieben. An Amts- und Landgerichten werden Berufsrichter von je zwei Schöffen, also Laienrichtern, unterstützt. Als "Volkes Stimme" sollen die Schöffen den Richter unterstützen, können ihn gemeinsam sogar überstimmen. Eingesetzt werden sie im Bereich des Strafrechts.

Das Neusser Amtsgericht braucht für die fünfjähriges Amtszeit der neuen Schöffen, die am 1. Januar 2014 beginnt, 93 Ehrenamtler und doppelt so viele Bewerber auf das Amt. "Auch das ist gesetzlich so vorgeschrieben", sagt Susanna Asche, die daher auf eine Vielzahl an Bewerbern hofft. "Vor fünf Jahren hatten wir rund 400 Bewerber, das ist auch dieses Mal unser Ziel", sagt sie. Schöffe am Neusser Amtsgericht kann jeder deutsche Staatsbürger mit Wohnsitz in Neuss werden, der mindestens 25 und höchstens 70 Jahre alt ist. Gute Kenntnisse der deutschen Sprache setzt das Rechtsamt voraus, auch sollten die Bewerber nicht in ein Strafverfahren oder eine Insolvenz verstrickt sein. "Neusser Schöffen nehmen pro Jahr an zwölf Verhandlungen teil", erläutert Susanne Asche. Wie lange diese Termine dauern, sei unterschiedlich. "Zumeist sind sie nach zwei Stunden vorbei, die Verhandlungen können aber auch mehrere Termine umfassen", sagt Asche. Ihr Einsatz ermöglicht den Schöffen die Möglichkeit, hinter die Kulissen des Rechtssystems zu schauen und an Entscheidungen, etwa über Haftstrafen, mitzuwirken. Im Gegenzug ist das Ehrenamt als Schöffe verpflichtend, fehlt er unentschuldigt, kann dies sogar mit einem Bußgeld geahndet werden.

In dem Bewerbungsverfahren der Stadt geht es auch darum, eine möglichst breite Bevölkerungsgruppe anzusprechen. "Arbeitgeber sind verpflichtet, Schöffen für ihre Sitzungstätigkeit freizustellen", erläutert Susanne Asche, denn erfahrungsgemäß fällt es Hausfrauen und Rentnern leichter, sich für das Amt zu bewerben. "Die Schöffen als ,Volkes Stimme' sollen aber alle Schichten der Gesellschaft repräsentieren", betont Asche. Deswegen wird auch beim Auswahlprozess, darauf geachtet, dass die Schöffen aus unterschiedlichen Lebensbereichen kommen.

Bewerben können sich interessierte Schöffen über ein Formular, das auf www.neuss.de erhältlich ist. Ansprechpartner sind die Mitarbeiter des Rechtsamts unter 02131 903008.

(NGZ)