Neuss: Damwildrudel im Selikumer Park soll wieder aufgestockt werden

Neuss: Damwildrudel im Selikumer Park soll wieder aufgestockt werden

Die Monate, in denen Arboretum und Selikumer Park wegen Forstarbeiten gesperrt waren, waren für das Damwildrudel im Wildgehege ruhig, eine Schonzeit waren sie nicht. Das wurde erkennbar, als sich am Samstag wieder die Tore für die Spaziergänger öffneten und diese im Wildgehege des Parks nur noch ein dezimiertes Rudel Damwild beobachten konnten. Vor allem der "Chef" fehlte.

Das wird sich bald wieder ändern, sagt Tobias Spange vom städtischen Presseamt. Kurzfristig sei ein Austausch mit anderen Tiergehegen geplant, damit wieder frisches Blut in das Rudel kommt. "Das soll Inzucht und all ihren möglichen Folgen vorbeugen", sagt Spange. Es wäre auch nicht das erste Mal, dass den Damhirsch-Kühen ein neuer Hirschbulle zugeführt wird.

Das "Fehlen" einiger Tiere kann Spange auch bestätigen. "Die Größe des Rudels wurde an die vorhandene Fläche angepasst", sagt er. Schließlich hätte das Damwild in seinem Gehege keine natürlichen Feinde.

Zuletzt hatte es im Jahr 2014 Verluste in dem Rudel geben, als beim Pfingststurm Ela Bäume brachen und einige auf den Zaun des Geheges beziehungsweise auf die Schutzhütte gestürzt waren. Ein Tier entkam, ein anderes verendete.

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Anwohner der Grünanlage, die Schlupflöcher fanden, um auch in den gesperrten Park zu kommen um zum Beispiel das Wild mit Karotten zu versorgen, sprachen von zwei Hochsitzen, die auf einmal in dem Gehege gestanden hätten.

Die Jagd in der öffentlichen Grünanlage ist in der Tat nicht verboten. "Das gesamte Bundesgebiet ist in Jagdbezirke eingeteilt", hatte Kreis-Ordnungsamtsleiter schon bei früheren Gelegenheiten betont. Lediglich in so genannten befriedeten Gebieten wie Friedhöfen oder Kleingartenanlagen sei das Jagen verboten. Die Durchführung ist jeweils Sache des Pächters.

Organisiert wird das Waidwesen in Neuss durch die Kreisjägerschaft beziehungsweise den Hegering Neuss mit etwa 250 Mitgliedern. Die Verpachtung der Reviere wiederum regeln die Jagdgenossenschaften. Insgesamt gibt es nach Angaben des Kreises als Untere Jagdbehörde etwa 20 Reviere im Neusser Stadtgebiet. Deren Zuschnitt ist aber nicht an die Stadtgrenzen gebunden.

(-nau)