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Neuss: Curie-Schüler auf Skandalsuche

Neuss : Curie-Schüler auf Skandalsuche

Mit fünf Gruppen zu vier Themen nimmt das Marie-Curie-Gymnasium am Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten teil. Die Schüler gingen dabei lokalen "Skandalen in der Geschichte" nach.

Am Anfang stand das Versprechen. "Herr Khalki sagte beim ersten Treffen als erstes, dass wir viel Arbeit und Mühen haben werden", erinnert sich Sara Sarok. Die Achtklässlerin des Marie-Curie-Gymnasiums blieb trotz dieser Ankündigung durch den Geschichtslehrer dabei – ebenso wie 18 ihrer Mitschüler auch. Die Konsequenzen waren sechs Monate harte Arbeit, das Opfern von viel Freizeit und seit wenigen Tagen das Vorliegen der Facharbeiten, mit denen die fünf Schülergruppen beim Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten zum Thema "Skandale in der Geschichte" antreten.

Das Marie-Curie-Gymnasium ist dank des Engagements von Michael Kahlki seit Jahren mit vielen Schüler-Gruppen bei diesem Wettbewerb dabei – mit Erfolg: "Auf Landesebene holen wir immer Preise." Die Schule kooperiert in diesem Bereich sehr eng mit dem Stadtarchiv und dessen Leiter Jens Metzdorf sowie der Stadtbibliothek. Metzdorf machte auch beim aktuell laufenden Geschichtswettbewerb eine Reihe von Themenvorschlägen, die – so die Teilnahmebedingung – einen lokalen Bezug haben müssen. Die Schüler wählten daraus ebenso hochinteressante wie schwierige Themen: "Ein konstruierter Skandal: Werner T. Schauerte – Neusser Held mit dunkler Vergangenheit?" Oder: "Der Skandal um die Rede des Neusser Bürgermeisters Thywissen 1986", oder "Ein Schulkampf in Neuss um die Zusammenlegung zweier Gymnasien (Schwann- und Curie-Gymnasium)" sowie "Die neue Waffe des Bürgers. Zur Geschichte des ersten Bürgerentscheids in Nordrhein-Westfalen".

Ob sie einen Preis gewinnen, ist ungewiss. Eine Note bekommen sie nicht – "Identifikation mit der Stadt" (Julian Di Benedetto), "Interesse an Geschichte" (Frederik Eue) oder "im Stadtarchiv nach Materialien suchen" (Alexander Mikliss) sind Beweggründe der Schüler. Überrascht wurden sie von der Komplexität der Themen, bekamen Probleme bei der Recherche, "weil zum Beispiel Zeitzeugen beim Thema Schauerte entweder gar nichts sagen oder aber nicht zitiert werden wollten", erzählt Carla Tiefenbacher. Sehr schwierig sei es gewesen, an die in Düsseldorf gelagerten Entnazifizierungsakten zu kommen. Carla: "Das Thema hatte viel Skandalpotenzial, dazu ist es aber nie gekommen, weil Schauerte sehr volksnah war." Beim Bürgerentscheid zum Hotelbau an der Stadthalle merkte das Team um Janina Bernardy schnell, "dass es nicht um ein paar gefällte Bäume ging, sondern um die Nicht-Beteiligung der Bürger am Entscheidungsprozess". Nach Abgabe der Arbeiten herrschte Erleichterung, aber auch die Erkenntnis, dass sich die Anstrengung gelohnt hat. "Allein schon für den Lebenslauf", so Claire Paetsch. Carla Tiefenbacher: "Jetzt möchte ich lieber den Landessieg als eine Eins auf dem Zeugnis".

(NGZ)