1. NRW
  2. Städte
  3. Neuss

Coronavirus: Parteien im Rhein-Kreis Neuss pochen auf Einrichtung von Diagnose-Zentrum

Coronavirus : Parteien im Rhein-Kreis pochen auf Diagnose-Zentrum

SPD, Grüne und UWG/Freie Wähler erhöhen den Druck, um ein Umdenken in der Kreisverwaltung herbeizuführen.

„Lächeln für die Gesundheit“: Im Neusser Rathaus wurde eine „Mach-mit-Aktion“ gestartet, bei der die Mitarbeiter aufgefordert werden, auf das Händeschütteln zu verzichten, um Ansteckungsgefahren deutlich zu senken. „Virenzeit ist Lächelzeit“ heißt es dazu auf Plakaten und Handzetteln, mit denen sich die Behörde auf die neue Situation einstellt. Nicht immer ist das so einfach.

Um die Frage, ob der Rhein-Kreis dem Düsseldorfer Vorbild folgen und so genannte Diagnose-Zentren einrichten soll, ist ein politischer Streit entbrannt. Die Kreistags-Koalitionäre von CDU und FDP schweigen zu diesem Thema, nachdem Landrat Hans-Jürgen Petrauschke erklärt hatte, die Notwendigkeit für einen solchen Schritt noch nicht erkennen zu können – ihn für die Zukunft aber nicht ausschließt. Nun erhöhen SPD, Grüne und UWG/Freie Wähler den Druck, um ein Umdenken in der Kreisverwaltung herbeizuführen. „Das ist dringend erforderlich“, betont Sylke Markert (Grüne), die selbst Ärztin am Lungen- und Allergiezentrum Neuss ist.

Die Erfahrungen mit der vom Kreis eingerichteten Patienten-Hotline seien frustrierend, sagt Carsten Thiel (UWG), der sich auch mit einem offenen Brief an den Landrat gewandt hat. Darin mahnt er die Verpflichtung des Rhein-Kreises an, den Bürgern adäquate Hilfe zukommen zu lassen. Ein Diagnose-Zentrum zählt er dazu. SPD-Landratskandidat Andreas Behncke hatte das schon gefordert und bekommt nun Rückendeckung von seiner Fraktion. Strukturen aufbauen, klare Anlaufstellen für die Bevölkerung schaffen und die Hausärzte entlasten, begründet der Fraktionsvorsitzende Rainer Thiel diese Forderung.

(-nau)