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Corona-Krise in Neuss: Grüne fordern Notfall-Fonds für Kinder

Corona-Krise im Rhein-Kreis Neuss : Notfall-Fonds für Kinder gefordert

Die Kreistagsfraktion der Grünen hat einen entsprechenden Antrag für die Sitzung des Kreisausschusses am 6. Mai eingereicht. Der Fonds soll vor allem Kindern und Jugendlichen zu Gute kommen, die Leistungen nach dem Bildungs- und Teilhabepaket beziehen.

Die Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen hat auf einen Bericht unserer Redaktion reagiert, in dem das verschärfte Leid bedürftiger Menschen in der Corona-Pandemie thematisiert wurde. Die Verantwortlichen teilten nun mit, ärmeren Kindern und Jugendlichen mit einem Notfall-Fonds während der Coronakrise unter die Arme greifen zu wollen. Für die Sitzung des Kreisausschusses am 6. Mai wurde ein entsprechender Antrag eingereicht.

Die Grünen begründen ihren Vorstoß damit, dass immer deutlicher werde, wie die Corona-Pandemie nicht nur die Wirtschaft, sondern auch diejenigen treffe, die ohnehin mit finanziellen Problemen kämpfen. „Insbesondere Familien mit Kindern kommen schnell in finanzielle Notlagen, die sie ohne zusätzliche Hilfen kaum überwinden können,“ erklärt Angela Stein-Ulrich, sozialpolitische Sprecherin der Grünen.

Der Notfall-Fonds für besonders bedürftige Personen soll insbesondere Kindern und Jugendlichen zu Gute kommen, die Leistungen nach dem Bildungs- und Teilhabepaket beziehen. Die von Armut betroffenen Kinder und Jugendliche haben zwar grundsätzlich Anspruch auf Zusatzleistungen durch das Bildungs- und Teilhabepaket (BuT), bekommen aber durch die Schließungen von öffentlichen Einrichtungen und Sportvereinen keinen Zugang mehr zu diesem Bundesprogramm, heißt es in dem Antrag. „Gerade in dieser für alle schwierigen Situation ist es völlig unverständlich, dass die Kinder, die jetzt kein warmes Mittagessen in Schulen oder Kitas bekommen, aber einen Rechtsanspruch auf BuT-Leistungen haben, nicht zumindest das eingesparte Geld direkt ausbezahlt bekommen“, so Manfred Haag, Kreistagsabgeordneter der Grünen-Fraktion. Im Ergebnis spare der Staat auf Kosten der Bedürftigen, kritisiert Haag weiter.

Nach der Kreistagsfraktion soll der Hilfsfonds daher solange bestehen bleiben, bis der Bund diese Leistungen direkt auszahlt. Zur Umsetzung des Fonds soll die Kreisverwaltung schnellstmöglich eine Verwaltungsrichtlinie entwickeln. Außerdem sollen auch andere leistungsbeziehende Personen zusätzlich unterstützt werden. Landrat Hans-Jürgen Petrauschke wird daher von den Grünen dazu aufgefordert, sich dafür einzusetzen. „Auch für diese Zielgruppe muss es schnelle und unbürokratische Hilfen geben ohne langen und komplizierten Rechtsweg“, sagt Stein-Ulrich.

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