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Corona-Krise in Neuss: Betrieb auf Spielplätzen und in Grundschulen

Corona-Krise in Neuss : Ein Spielplatzbesuch mit Auflagen

Die Kinder in Neuss dürfen wieder auf die Spielplätze, die Viertklässer zur Schule. Der Neustart nach der Corona-Sperre zeigt: Auch die Jüngsten halten sich an die Hygieneregeln. Die größte Aufgabe für die Grundschulen kommt erst noch.

Endlich wieder ab auf den Spielplatz! Seit Mitte März hatte für alle 167 Spielplätze der Stadt wegen der Corona-Pandemie ein Betretungsverbot gegolten, aber am Donnerstag aber war auch das letzte Stück Flatterband von den Absperrungen verschwunden. Doch auch schönes Frühlingswetter mit 21 Grad Wärme lockte (noch) keine Besuchermassen an. „Die Spielplätze sind eher leer“, fasste Stadt-Sprecherin Nicole Bungert die ersten Meldungen der „Corona-Streifen“ am Nachmittag zusammen. Und auch dort, wo – wie im Stadtarten – mehr Betrieb auf den Spielplätzen herrschte, wurden vom Ordnungsdienst keine Verstöße gegen die weiter geltenden Abstands- und Hygieneregeln festgestellt. „Wir hoffen, dass die Neusser so diszipliniert bleiben“, sagt Bungert.

Beinahe mehr Rummel herrschte in den Grundschulen, auch wenn am Donnerstag zunächst nur die Viertklässler zum Unterricht kamen. Sie mussten im Unterricht weit auseinander sitzen und außerhalb des Klassenraums   Mundschutz tragen. Es wurde auch kein Kind an die Tafel  gerufen,  Partnerarbeit oder Sitzkreis gab es nicht. Dafür sind viele neue Regeln zu beachten.

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Maria Meyen, Leiterin der Pestalozzischule in Grimlinghausen und Sprecherin aller Grundschulen im Stadtgebiet, betont zwar: „Die meisten Kinder haben sich sichtbar gefreut, wieder in die Schule kommen zu dürfen und ihre Klassenkameraden wiederzusehen.“ Aber oft bleibt es eben beim bloßen Wiedersehen: Auch in den Pausen muss zum Beispiel Abstand gehalten werden, gelernt wird nicht in der gewohnten Klasse, sondern in kleineren Gruppen mit elf bis 13 Kindern.

Der Start ist laut Meyen gut gelungen. „Die Kinder halten sich gut an die Regeln“, sagt sie. Aber die nächste Herausforderung wartet bereits: Ab Montag wird das vom NRW-Schulministerium auf den Weg gebrachte „rollierende System“ eingeführt. Und das ist eine Herausforderung für Kinder, Lehrer, und Eltern. Denn einzelne Jahrgänge werden keinen festen Wochentagen zugeordnet, sondern es wird durchrotiert. Entsprechene Pläne erstellen die Schulen für die Eltern. Auch die Betreuungsfrage ist noch zu klären. In die OGS sollen immer nur die Kinder gehen, die an dem Tag auch Unterricht haben. Für Geschwisterkinder müssten die Eltern folglich andere Lösungen finden.

Schuldezernentin Christiane Zangs bemängelt, dass noch am Donnerstag vom Land  eine klare Ansage fehlte, ob die OGS überhaupt stattfindet oder nicht.  Zudem bemängelt Zangs die Informationspolitik aus Düsseldorf. Per E-Mail seien die Schulleitungen über die neuen Vorgaben bereits am Mittwochabend, die Schulträger aber erst am Donnerstagmorgen informiert worden. „Wir verlieren dadurch wichtige Zeit.“ Und sie ist besorgt, dass zu viel auf einmal auf den Weg gebracht wird. Es gebe keinen Regierungsbezirk in NRW, „in dem Schulen nicht schon wieder wegen Coronaverdachts oder Erkrankungen geschlossen werden mussten.“