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Corona im Rhein-Kreis Neuss: Andreas Behncke fordert Diagnosezentrum

Coronavirus im Rhein-Kreis Neuss : „Es wird viel Panik geschürt“

Das Thema Coronavirus hat die Neusser Stadtverwaltung auch am Montag beschäftigt. In einer Sitzung, an der neben Ordnungsdezernent Holger Lachmann und mehreren Amtsleitern auch Bürgermeister Reiner Breuer teilnahm, wurden der Ist-Stand analysiert sowie verwaltungsinterne Vorgehensweisen diskutiert.

Das teilte Stadtsprecher Peter Fischer auf Nachfrage mit. Viele der besprochenen Aspekte hätten jedoch den Charakter „Wie reagieren wir, wenn...“ gehabt. Zudem wurde festgezurrt, dass im Rathaus zusätzliche Spender mit Desinfektionsmittel bereit gestellt werden.

Leicht zu bekommen sind die allerdings nicht. Denn vor allem in den Apotheken sind die Auswirkungen derzeit zu spüren. Dort sind Hand-Desinfektionsmittel und Atemschutz-Masken derzeit Mangelware. „Der Ansturm ist extrem. An eine vergleichbare Lage muss ich mich lange zurück erinnern“, sagt Christop Napp-Saarbourg.

Am Montag wurde zudem eine Forderung vom SPD-Landratskandidaten Andreas Behncke laut: Der Rhein-Kreis Neuss solle ein sogenanntes Corona-Diagnosezentrum errichten, das in Düsseldorf am Mittwoch an den Start geht. Hintergrund dort ist, dass manche Hausärzte bereits Patienten abweisen, die sich testen lassen wollen, und die Uni-Klinik ebenfalls überlastet ist. Für den Rhein-Kreis Neuss hält Landrat Hans-Jürgen Petrauschke ein solches Diagnosezentrum aktuell für nicht notwendig, schließt es für die Zukunft allerdings nicht aus, wenn sich die Lage verschlimmern sollte. „Aktuell wird viel Unruhe und Panik geschürt“, so Petrauschke. Kreissprecher Benjamin Josephs betont ebenfalls, dass die Hausärzte im Rhein-Kreis Neuss mit den Tests derzeit noch nachkommen.

Auch in Grevenbroich gibt es Neuigkeiten in Sachen Coronavirus: Die vierköpfige Familie aus Hülchrath, die mit einem infizierten Kind aus Gangelt in Kontakt gekommen war, hat sich einem ersten Test unterzogen. Das Ergebnis liegt seit Montag vor: Zu diesem Zeitpunkt war die gesamte Familie ohne Befund. Das bedeutet aber noch keine Entwarnung, weil der Test erst ab einer bestimmten Anzahl von Viren anschlägt, die sich noch vermehren können. Daher bleibt die Familie bis zum 9. März unter Quarantäne. Ein Kind der Familie besucht die Kita „Spatzennest“ in Hülchrath, die bis zum 9. März geschlossen bleibt. Das andere geht zum Norbert-Gymnasium in Knechtsteden, dort wurde eine Klasse vom Unterricht befreit.

Insgesamt wurden – Stand Montagabend – 20 Personen im Kreisgebiet aufgrund eines Kontaktes mit einem mit dem Virus infizierten Patienten vorsorglich in Quarantäne gesetzt wurden. Davon wohnen neun Menschen in Grevenbroich, sieben in Kaarst, zwei in Neuss und jeweils einer in Korschenbroich und Meerbusch. Eine bestätigte Infektion mit dem Coronavirus gibt es im Rhein-Kreis weiterhin nicht.

Unterdessen wurde in Kaarst nach Rücksprache mit dem Kreisgesundheitsamt beschlossen, dass Schüler der Grundschule Stakerseite vom Unterricht ausgeschlossen werden.

Lesen Sie hier weiter zur Situation in der Stadt Kaarst.

(jasi)