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Contargo-Terminal in Neuss: Das 40-Millionen-Projekt unter der Lupe

Neues Contargo-Terminal in Neuss : Das 40-Millionen-Projekt unter der Lupe

Nach der offiziellen Eröffnung des nun modernsten Contargo-Terminals im Neusser Hafen lohnt es sich, das Großprojekt genauer zu betrachten. Denn während der zweijährigen Bauphase lief nicht alles ohne Probleme ab.

„Über 20 Jahre lang haben wir den Aufbau Ost gestemmt. Das war richtig so, aber wir haben ihn bezahlt mit einem Verschleiß im Westen.“ Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, fand deutliche Worte bei der Einweihung des nunmehr modernsten Container-Terminals der Firma Contargo in Neuss. Dieses Großprojekt, das 40 Millionen Euro gekostet hat, und mit 30 Millionen Euro gefördert worden ist, zählt zu den zahlreichen Projekten im Rahmen des Bundesverkehrswegeplans (BVWP) 2030. Derzeit werden beziehungsweise wurden 76 solcher Umschlagsanlagen gefördert, sagte der CDU-Politiker.

Es war ein Mammutprojekt, das innerhalb von nur zwei Jahren Bauzeit bei laufendem Betrieb umgesetzt wurde: Am Neusser Hafenbecken 5 ist bei Contargo ein komplett neues Containerterminal entstanden, dessen bisherige Fläche um 50.000 Quadratmeter auf nunmehr 84.000 Quadratmeter erweitert wurde. Damit nicht genug: Zwei neue Krananlagen, eine neue Verwaltung, 17 Lkw-Vorstauplätze und 106 Pkw-Parkplätze wurden zudem errichtet.

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Es gab aber auch große Herausforderungen, gibt Jürgen Albersmann, der zum 1. Juli in die Geschäftsführung der Contargo GmbH & Co.KG berufen worden ist, zu. So wurde an einigen Stellen im Laufe der Baumaßnahme ein nicht mehr tragfähiger Untergrund vorgefunden. Mit hohem (Kosten-) Aufwand musste der Boden saniert werden. „Teilweise ist der Boden in bis zu acht Metern Tiefe ausgehoben worden“, so Albersmann.

Rund 100.000 Tonnen kontaminierte Erde sowie Abfälle unterschiedlicher Belastungsklassen wurden entsorgt. 30.000 Kubikmeter Beton wurden anschließend in den Flächen und Kranfundamenten verbaut.

Mit dem Neubau kommt bei Contargo Neuss auch ein neues IT-Konzept zum Einsatz. „COLA: Contargo STAR“ heißt die App, die die Online-Terminvergabe für Lkw implementiert. Bis zu 500 Lkw am Tag können abgefertigt werden. Zudem gibt es ein Video-Gate, das zur automatisierten Zufahrtsberechtigung eingesetzt wird. Mit Hilfe der IT-Technik ist es möglich, einen ganzen Zug innerhalb von etwa zwei bis drei Stunden komplett umzuschlagen. Die gesamte Umschlagkapazität am Terminal konnte auf 200.000 Container verdoppelt werden.

Die gesamten Ausbaumaßnahmen waren Voraussetzung dafür, dass Neuss künftig als ein Hub – also als eine zentrale Güterumschlagstelle – für die Seehäfen Rotterdam und Antwerpen genutzt werden kann. Denn aufgrund der langen Wartezeiten für Binnenschiffe in beiden Häfen fährt Contargo seit einiger Zeit nur noch größere Seehafenterminals an, um so den Umlauf der Binnenschiffe zu beschleunigen. Deshalb werden zukünftig Container von anderen Contargo-Standorten in Neuss zusammengelegt.

Bereits im Januar 2018 konnte beispielsweise der MSC-Zug aus Antwerpen über das neue Terminal abgewickelt werden. Neuss zählt damit nicht nur zu den größten Terminals innerhalb der Contargo-Gruppe, sondern auch zu den modernsten. Die Stadt ist glücklich über diese Investition, so der erste stellvertretende Bürgermeister Sven Schümann: „Wir profitieren davon als Wirtschaftsstandort, aber auch von der Strahlkraft des Namens Contargo.“