1. NRW
  2. Städte
  3. Neuss

Neuss: Container-Kita soll bleiben

Neuss : Container-Kita soll bleiben

In Allerheiligen baut die Neusser Lebenshilfe derzeit eine neue Kindertagesstätte. Doch das Neubaugebiet zieht so viele junge Familien an, dass der Altbau, die Container-Kita "Abenteuerland" weiter bestehen soll.

Das Neubaugebiet in Allerheiligen boomt, viele junge Familien ziehen in den Stadtteil. Mit ihnen kommen kleine Kinder — entsprechend hoch ist die Nachfrage nach Kita-Plätzen in dem Stadtteil. So hoch, dass das derzeitige Provisorium, eine Kita im Container, auf unbestimmte zeit bleiben wird — obwohl der Neubau kurz vor der Fertigstellung steht.

Der Neubau, den Cornelia von Gehlen und Winfried Janßen planen, ist im März fertig. Foto: Woitschützke, Andreas

Der Container steht mittlerweile seit elf Jahren an der Holbeinstraße in Allerheiligen. Mehrere weiße Containermodule wurden dafür hintereinandergesetzt, um genügend Platz für die derzeit rund 90 Kinder zu schaffen, die dort vom Team der Neusser Lebenshilfe betreut werden. "Von außen sieht der Container nicht schön aus", sagt Betriebsleiter Winfried Janßen. Von innen sei das Konstrukt funktional — wenn auch nicht optimal, wie Cornelia von Gehlen, Geschäftsleiterin der Lebenshilfe, betont. Insbesondere bei der Barrierefreiheit, auf den die Lebenshilfe wegen ihrer Arbeit mit Behinderten besonderen Wert liegt, kann der Container den Ansprüchen nicht genügen. Deswegen arbeitet die Lebenshilfe seit Jahren daran, dass ein Neubau gebaut wird. Jetzt kommt die neue Kita — doch die Nachfrage der Eltern und ihrer Kinder in dem Stadtteil ist zu hoch. "Deswegen haben wir mit der Stadt vereinbart, dass wir in der alten Kita mindestens zwei Gruppen weiter betreuen", sagt Cornelia von Gehlen. Maximal finden im Container vier Gruppen Platz. "Sollte der Andrang entsprechend hoch sein, können wir auch das anbieten", sagt die Lebenshilfe-Chefin. Damit würde sich das Gruppenangebot von derzeit vier auf acht Gruppen verdoppeln, sobald der Neubau steht.

Die neue Kita soll Anfang März eröffnet werden. Eltern, die ihre Kinder für das kommende Kita-Jahr angemeldet haben, konnten bereits wählen, wo der Nachwuchs untergebracht werden soll — "da war der Neubau natürlich beliebter", sagt von Gehlen. Die neue Einrichtung ist barrierefrei, mit großen Waschräumen, die auch mit dem Rollstuhl benutzbar sind. Es gibt ein eigenes Farbkonzept, um Orientierung zu bieten, außerdem eine richtige Küche, in der frisch gekocht werden kann. "Das alles hat die Container-Kita nicht", sagt Winfried Janßen.

Dennoch bleibt der Container als Provisorium erhalten, so lange, wie die Nachfrage im Stadtteil hoch bleibt. Langfristig — wenn die Zahl der Zuzüge nachlässt — werde der Andrang in Allerheiligen wieder sinken, sagt Winfried Janßen. Dann regulieren sich Angebot und Nachfrage, so das Kalkül der Planer auch auf städtischer Seite, wie Stadtsprecher Peter Fischer bestätigt. Ziel sei, so Fischer, dass die neue Kita mit rund 75 Plätzen die Nachfrage allein deckt. Derzeit steht das allerdings noch in weiter Ferne: Rund 70 Kinder hat die Kita "Abenteuerland" derzeit auf ihrer Warteliste.

(NGZ/url)