Commerzbank-Studie: So ticken die Gründer in Neuss

Start in die Selbstständigkeit : 84 Prozent der Neusser Gründer sind Männer

Die Commerzbank hat eine Studie zu Unternehmensgründern vorgelegt. Ein Ergebnis: Neuss ist ein gründerfreundlicher Standort.

Neuss ist ein gründerfreundlicher Standort. Zu diesem Ergebnis kommt die sechste Unternehmerkunden-Studie, die im Auftrag der Commerzbank erstellt und deren Ergebnisse jetzt vorgestellt wurden. Bundesweit wurden dafür im Juli und April dieses Jahres rund 3000 Interviews geführt, davon 50 im Gebiet der Commerzbank Neuss. Und rund 80 Prozent dieser Gründer bewerten den Standort Neuss positiv.

Spannend ist der Blick in die Details. Steffen Schmidt, Leiter des Bereichs Unternehmerkunden der Commerzbank Neuss, betont, dass die Studie auch durchaus Überraschungen zutage gefördert habe. „84 Prozent der Gründer sind männlich. Mit 16 Prozent Frauen liegt Neuss unter dem Bundesdurchschnitt von 22 Prozent“, sagt er. Auch die Altersstruktur wurde in den Blick genommen. Rund 46 Prozent sind laut Studie jünger als 40 Jahre. Fast die Hälfte ist zwischen 40 und 59 Jahre alt, vier Prozent sind älter als 59 Jahre. Unter 20 Jahre war keiner der in der Studie erfassten Gründer. Teilgenommen haben Unternehmer, die innerhalb der vergangenen sechs Monate gegründet haben. Dazu zählen Freiberufler, Handwerker sowie Gewerbetreibende. Zu den Unternehmen gehören sowohl Commerzbank-Kunden als auch Kunden anderer Banken.

Abgefragt wurde auch die Motivation zur Unternehmensgründung. Ganz oben: 58 Prozent möchten ihr eigener Chef sein, jeder Zweite will eine eigene Geschäftsidee umsetzen. Als größte Hürde beim Start in die Selbstständigkeit betrachten knapp 40 Prozent der Befragten die Bürokratie. Zudem sind steuerliche Themen (36 Prozent) sowie die Kundengewinnung (28 Prozent) zentrale Herausforderungen. Gut zwei Drittel der befragten Gründer holen sich in Finanzfragen Rat bei einem Steuerberater, jeder Fünfte hat auch einen Rechtsberater.

Die Finanzen sind ein zentrales Thema. 78 Prozent der befragten Gründer in Neuss sind nur mit Eigenkapital in die Selbstständigkeit gestartet. 14 Prozent nehmen einen Kredit in Anspruch, jeder Zehnte lässt sich durch Freunde und Familie unterstützen beziehungsweise nutzt öffentliche Fördermittel.

Allerdings ist bei knapp der Hälfte der Gründer das Startkapital innerhalb der ersten sechs Monate aufgebraucht. „Das ist der Zeitpunkt, ab dem Gründer häufig eine Fremdfinanzierung in Anspruch nehmen, um ihr Geschäft auszuweiten“, erklärt Schmidt. „Es ist daher sinnvoll, schon frühzeitig Alternativen zu prüfen und auf seine Bank zuzugehen.“ Am besten geschehe dies schon während der Gründungsphase. Doch dies taten lediglich 13 Prozent der Befragten. „Da ist durchaus Luft nach oben“, meint Steffen Schmidt.

Um die Finanzplanung kümmern sich Gründer in neun von zehn Fällen selbst. Mit Blick in die Zukunft planen sie vor allem Investitionen in Personal. Und da gibt es Sorgen: Fast ein Drittel der Befragten sieht im Fachkräftemangel das größte Hindernis für die Weiterentwicklung des eigenen Unternehmens.

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