Commerzbank steigt aus: Finale für Unicef-Gala Neuss 2018

Commerzbank stoppt Sponsoring zum Jahresende : Großes Finale für Neusser Unicef-Gala

Mit der 34. Auflage ist am 17. November Schluss. Der älteste Neusser Ball, der als Tanz- und Tennis-Gala begann und heute Unicef-Gala heißt, steigt zum letzten Mal. Die Commerzbank stoppt ihr langjähriges Unicef-Sponsorig.

Heribert Klein (70) ist seit der Premiere 1985 das Gesicht des ältesten Neusser Balls. 30 Mal war er Gastgeber der Tanz- und Tennis-Gala, drei Mal präsentierte er anschließend die Unicef-Gala, doch nun wird er am 17. November das große Finale moderieren. Grund: Die Commerzbank beendet die langjährige Kooperation mit dem Deutschen Komitee für Unicef zum Ende dieses Jahres.

Seit 1981 hat die Dresdner Bank und, nach der Übernahme im Jahr 2009, die Commerzbank. die Aktivitäten des Deutschen Komitee für Unidef finanziell jährlich im sechsstelligen Eurobereich unterstützt. Dazu zählten Unicef-Gala-Veranstaltungen in Hilden, Köln und eben auch in Neuss sowie vielfältige Hilfs-Aktionen wie „Kleine Münzen, große Hilfe“ zur Euro-Bargeldeinführung im Raum Düsseldorf oder die insgesamt neun Aktionen rund um „Ein Herz für Unicef“.

Als Grund für das Ende des Sponsorings gab die Commerzbank an, ihren gesamten karitativen Engagements neu ausrichten zu wollen. So engagiert sich das zweitgrößte deutsche Kreditinstitut etwa in einer eigenen Stiftung und als Sponsor des Deutschen Fußballbundes. Die Restrukturierung der Bank soll mit dem Ende der Unicef-Aktivitäten nicht in Zusammenhang stehen, sagte eine Sprecherin des Instituts.

Die Commerzbank will mit dem Abbau von 9600 Vollzeitstellen bis 2020 die Kosten langfristig senken. 2300 neue Jobs werden parallel aufgebaut, etwa um die Digitalisierung der Bank voranzutreiben. Ende Juni gab es noch gut 40.000 Vollzeitstellen im Haus, nachdem ein Teil der Jobs schon weggefallen ist. Bis zum Jahr 2020 plant das Institut mit einem Stammpersonal von rund 36.000 Vollzeitstellen. Wie viele Jobs in Düsseldorf betroffen sind, dazu äußerte sich das Institut nicht. Marktbeobachter gehen aber davon, dass Düsseldorf weniger stark als andere deutsche Standorte von dem Stellenabbau betroffen ist. Der Großraum Düsseldorf, zu dem auch der Rhein-Kreis Neuss gehört, gilt als Wachstumsregion innerhalb des Kreditinsituts.

Die letzte Unicef-Veranstaltung in Partnerschaft mit der Commerzbank wird die 37. Unicef-Gala am 8. und 9. Dezember in Hilden; am 30. November steht das Finale in Köln an und am 17. November im Crowne Plaza in Neuss. Mit dem Gesamterlös der drei Unicef-Veranstaltungen in Hilden, Neuss und Köln konnte Kindern in Not mit mehr vier Millionen Euro geholfen werden. Ob – und wenn ja in welcher Form – die Veranstaltungen doch noch mit anderen Sponsoren weitergeführt werden, entscheidet das Deutsche Komitee für Unicef.

Denker und Lenker des Kinderhilfswerks hierzulande ist Heribert Klein. Er rief vor 37 Jahren die Aktion als Sprecher der Dresdner Bank ins Leben. Als Klein vor fünf Jahren in Rente ging, wurde er als Berater der Bank engagiert, auch um das Unicef-Engagement fortzusetzen. Gegen Jahresende wird Klein sein Büro in der Bank aufgeben müssen. Klein kündigte an, dass er sich auch weiterhin für das Deutsche Komitee für Unicef als Mitglied des Komitees einsetzen wolle, denn er habe Sir Peter Ustinov seinerzeit versprochen, dass er, so lange er gesund sei, sich für Kinder in Not einsetzen wolle.

Ratsherr Thomas Nickel, der 1985 zu den Ideengebern der Tanz- und Tennis-Gala gehörte und seither keinen Ball versäumte, bedauert das Aus, von dem er durch die NGZ erfuhr: „Neuss wird um ein gesellschaftliches Ereignis ärmer.“

(tb, lue-)
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