Comenius-Gesamtschule Neuss Im Nierspark wachsen Blauglockenbäume

Derikum · Neue Bäume zu pflanzen ist ein Baustein im Klimaanpassungskonzept der Stadt. Dabei wird auf Arten wie den schnell wachsenden Blauglockenbaum zurückgegriffen. Und genau den wünschte sich auch Mia Scholten von der Comenius-Gesamtschule.

 Comenius-Schüler unterstützten die Pflanzaktion im Nirespark.

Comenius-Schüler unterstützten die Pflanzaktion im Nirespark.

Foto: Stadt Neuss

Die Anregung kam von Mia Scholten. Sie besucht die neunte Klasse der Comenius-Gesamtschule und wünscht sich mehr Bäume in Neuss. Das Amt für Stadtgrün nahm ihren Wunsch, sechs Blauglockenbäume zu pflanzen, auf und ernst. Am Montag war es dann soweit.

Zur Pflanzaktion kamen auch Ali Gümüs und Thomas Straube, zwei Lehrer der Gesamtschule in den Nierspark. Umweltdezernent Matthias Welpmann gehörte zu denen, die dort beherzt zum Spaten griffen, um einen der Bäume einzupflanzen. Mia Scholten konnte krankheitsbedingt nicht dabei sein. Aber ihre Freundin Emily Hoppe war zur Neißestraße gekommen, um in der Nähe des Seilbahn einen der Bäume zu pflanzen.

Mia Scholten hatte sich Blauglockenbäume gewünscht. Früher war man ja mehr auf einheimische Baumarten fokussiert gewesen, aber das hat sich in Zeiten des Klimawandels längst geändert. Jannes Mross, im Amt für Umwelt und Klima der Sachgebietsleiter für Bäume, erklärte, was den Blauglockenbaum ausmacht und von anderen Bäumen abhebt: „Er wächst sehr schnell und ist hitzeresistent.“ Und ab dem neunten Jahr treibt er blaue Blüten. Diese zeigen sich, noch bevor die Blätter sprießen. Die sind übrigens sehr groß. Das ist sehr gut, so Mross, weil der Baum dadurch besonders viel Feinstaub filtern kann.

Mia Scholten hatte diesen Baum bewusst ausgewählt. Die Universität in Düsseldorf forscht aktuell zu diesem Baum, von dem fünf Exemplare im Nierspark ihren Platz fanden. Die meisten Setzlinge sind dünner als ein Spazierstock und nur ein einziger, etwa zwei Jahre alter Blauglockenbaum ragte etwas über die Ladefläche des Kleinlasters der städtischen Gärtner hinaus. Experten wie Jannes Mross überrascht die Auswahl der Stämmchen nicht, gilt der Blauglockenbaum doch als einer der am schnellsten wachsenden Bäume in Europa. Bereits nach zehn Jahren habe er einen Stammdurchmesser von 40 bis 50 Zentimeter erreicht, sagt Mross. Die Baumart wächst aber nicht nur mühelos in die Breite, sondern auch in die Höhe und kann bis zu 25 Meter hoch werden. Dabei ist sie anspruchslos und kommt mit fast jedem Boden klar.

Mit dem Einzug des – an die Klimaveränderung gut angepassten – Blauglockenbaumes in Neuss ist die Zahl der Baumarten weiter gewachsen, Welpmann zählt inzwichen 280 – nur auf den öffentlichen Flächen.

(barni)
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