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Neuss: City-Trödel lockt Tausende

Neuss : City-Trödel lockt Tausende

Tausende Neusser suchten gestern beim Citytrödelmarkt zwischen Landestheater und Erftstraße nach Schnäppchen. Für die besten musste man aber früh dran sein – los ging es um 5 Uhr morgens.

Wer gestern vom Landestheater in Richtung Rathaus ging, sah einen Hauptstraßenzug gepflastert aus Köpfen. Voller dürfte die Neusser Innenstadt selten gewesen sein. Grund für den Andrang war der Citytrödelmarkt mit 320 Ständen und die angenehm warme Mittagssonne. Los ging es allerdings schon, als es noch dunkel war.

Schon um 5 Uhr beginnen die ersten Händler damit, ihre Stände aufzubauen. Darunter sind auch Edwin und Uschi Peil aus Moers. Die Hobby-Sammler verkaufen pro Jahr etwa auf sechs bis sieben Trödelmärkten, in Neuss zum ersten Mal. "Wir waren hier schon mal als Käufer und das hat uns total gut gefallen", sagt Edwin Peil. Ihren Stand am Zeughaus finden die beiden ohne Probleme. Die Straße kennen sie, der Stand ist mit gelber Kreide eingezeichnet. "Perfekt organisiert", freut sich das Ehepaar. Eine bunte Mischung haben die beiden im Angebot. Von Gameboyspielen und Playmobilsachen der Kinder über Sammlerstücke und Schmuck bis hin zu Haushaltswaren.

Aber nicht alles legt das Ehepaar sofort in die Auslage. "Bis 9 Uhr kommen hier nur professionelle Händler vorbei, die auch für ihren eigenen Laden kaufen", sagt Edwin Peil. Die würden oft nur nach günstigem Silber suchen, um es dann einzuschmelzen. "An dem Schmuck hängt mein Herz aber schon", sagt der 58-Jährige. Deswegen lagen die Ketten und Ringe erst ab 9 Uhr aus. Doch auch die professionellen Händler werden bei Peils fündig. Einen Metallbausatz und alte Lego-Sachen verkauft Peil vor Sonnenaufgang. Mit der Sonne strömen die Massen dann über den Freithof. "I´m Walking on Sunshine", klingt es aus einem alten Transistorradio, das auch zum Verkauf steht, als Gudrun Schaefer mit Ehemann Manfred zum Stand der Peils kommt. Schaefer interessierte sich für einen Raben mit Metallfuß – "hinter dem bin ich schon lange her", sagte sie – einen Clown-Teddy von Steiff und einen Teddy im Auto. Peil und Schaefer verhandeln. "Das gehört doch zum Trödeln dazu", sagt Edwin Peil. Er setze die Preise immer 10 Prozent höher an, wenn er gefragt wird. "Das Handeln ist doch der größte Spaß am Trödel", sagt der 58-Jährige. Beide einigen sich auf 105 Euro für die Sammlerstücke. "Ein Schnäppchen", schwärmt Schaefer. Die Korschenbroicherin trödelt gern. Da ist der Neusser Citytrödel – nach dem Besuch im Wahllokal und einem Spaziergang mit dem Hund – Pflicht. Sie ist immer auf der Suche nach altem Spielzeug. "Das versetzt einen zurück in die Kindheit", sagt sie. Zuhause sollen die Schätzchen in die Vitrine. Und wenn die voll ist? "Ein echter Sammler findet immer einen Platz", sagt die Expertin.

(NGZ)