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Teilnahme an "Ab in die Mitte" gescheitert?: City-Treff sucht Gespräch mit Politik

Teilnahme an "Ab in die Mitte" gescheitert? : City-Treff sucht Gespräch mit Politik

Der City-Treff will das Gespräch mit der Neusser Politik suchen. Das ist die Konsequenz aus der Sitzung des Stadtrates am Freitag Abend, in der es scharfe Kritik an den Bewerbungsunterlagen der Gemeinschaft Neusser Innenstadt und Einzelhandel (GENIE) für die Initiative des Landes NRW "Ab in die Mitte" gegeben hatte. Wie berichtet hatte Bürgermeister Herbert Napp die Verwaltungsvorlage kommentarlos zurückgezogen, nachdem CDU-Ratsherr Carl-Albert Schiffers die Unterlage unter anderem als "Sammlung von Nichtigkeiten" bezeichnet hatte.

Für den Vorsitzendes des City-Treffs, Michael Ritters ist dieser Schritt "konsequent und richtig" gewesen. In einem zweiseitigen Schreiben informierten er und sein Stellvertreter Peter Beier noch am nächsten Tag die Mitglieder vom Verlauf der Ratssitzung. Dabei machten sie die Hintergründe dafür deutlich, dass die Bewerbungsunterlagen erst kurz vor Sitzungsbeginn des Rates vorgelegt werden konnten, mit denen sich die Stadt um einen 200.000 Mark-Zuschuss beim Land bewerben wollte.

Ritters: "Erst Mitte Januar wurden die Bewerbungsrichtlinien an die Städte in Nordrhein-Westfalen versandt. Abgabetermin war schon der 15. Februar. Daher musste sehr schnell eine professionelle Bewerbungsunterlage ausgearbeitet werden. Da die Hauptausschuss-Sitzung am 7. Februar abgesagt worden war, konnte die Politik erst am 16. Februar im Stadtrat informiert werden." Im GENIE-Arbeitskreis, der für Marketing in der Innenstadt zuständig ist, sitzen folgende Mitglieder: Bürgermeister, City-Treff (Einzelhändler der Innenstadt), Einzelhandelsverband, Vertreter der Kaufhäuser, Hote- und Gaststättenverband, Verkehrsverein Neuss, Industrie- und Handelskammer, Vertreter freier Berufe, Neusser Tagungs und Tourismus GmbH, Haus- und Grundbesitzerverein, Amt für Wirtschaftsförderung und Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

Die Teilnahme an dem NRW-Wettbewerb "Ab in die Mitte! Die City-Offensive NRW 2001" ist aus Sicht der Verantwortlichen in Neuss eine "faszinierende Möglichkeit, ihre Ideen und Visionen im Rahmen eines mehrtägigen Events lokal und regional zu präsentieren". Die Kosten in Höhe von 300.000 Mark für das Projekt "Neusser Wasser-Fest-Spiele" vom 21. bis 30. September sollen sich aus einem 200.000 Mark-Zuschuss des Landes und jeweils 50.000 Mark von Stadt und Einzelhandel zusammensetzen. Im Rat wurde am Freitag kritisiert, dass die Unterlagen erst zu Sitzungsbeginn vorgelegen haben und es nicht möglich gewesen sei, sich intensiver damit auseinanderzusetzen.

Michael Klinkicht, Fraktionsvorsitzender der Bündnisgrünen, sagte: "Diese City-Offensive ist eine gute Maßnahme des Landes. Aber wir stellen uns die Frage, welche Nachhaltigkeit eine Teilnahme der Stadt hat? Oder ist sie nur von kurzfristiger Wirkung?"Das müsse geklärt sein, eine Zustimmung lehnten die Grünen zunächst einmal ab. Als C.A. Schiffers aus der Unterlage zitierte ("Glockhammer und Sebastianusstraße als Straße der Sehnsüchte") war das Vorhaben schnell vom Tisch.

Ein weiteres Beispiel aus den Bewerbungsunterlagen: "Historische Gebäude erstrahlen in neuem Outfit. Die äußere Wirkung steht im Kontrast zum Sein des Gebäudes......" Die Verantwortlichen wollen nun "die Konzeption retten", so City-Treff-Vorsitzender Michael Ritters. In einem Gespräch mit den Fraktionsspitzen sollen die Nachteile dargestellt werden, die Handel, Gastronomie und der gesamten Wirtschaft bei einer Nicht-Teilnahme entstehen. -schum