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Neuss: City rückt ans Wasser

Neuss : City rückt ans Wasser

Mit einer 50 Meter breiten Treppenanlage, die weit ins Hafenbecken I ragt, und einer Uferpromenade wird der Hafen für die Neusser erlebbarer. Zum Schützenfest im August soll das Projekt fertig sein.

Das Interesse der Neusser an der neuen Baustelle an der Hessentorbrücke ist groß. Immer wieder bleiben Passanten dort stehen, schauen gespannt in die Tiefe des Hafenbeckens I. Damit sie nicht bis August warten müssen um zu sehen, wie der umgebaute Hafenkopf aussehen wird, hat die Bauherrin des Projektes, Stadthafen GmbH, einen großen Banner gespannt. Darauf wird eindrucksvoll sichtbar, wie nah die Neusser über eine 50 Meter breite Treppenanlage — ähnlich der vor dem Zeughaus — bald ans (Hafen-)Wasser kommen. "Das wird eine starke Bereicherung für die Stadt", sagt Architektur-Professor Ulrich Coersmeier, dessen Handschrift das Projekt trägt.

Die Bauleistung, die bis zum 15. August — an diesem Tag soll die Neugestaltung des Hafenkopfes fertig sein — zu erbringen ist, ist eindrucksvoll. Ein Beleg: Der obligatorische Spatenstich fiel gestern aus, weil der Schlammboden dies nicht zulässt. Von der Spundwand an der Hammer Landstraße bis zum hinteren Teil des roten Bauverein-Hauses am Pegel werden rund 11 000 Kubikmeter Füllmaterial (unter anderem Kies) erst ins Hafenwassser gekippt und dann nach und nach aufgeschichtet, um das Plateau sowie die Treppenanlage zu ermöglichen. Wie weit führen die Treppenstufen nach unten? "Als Anhaltspunkt: bis zur Oberkante der Öffnung des Erftkanals", sagt Thomas Fiedler, Projektleiter der Bauunternehmung Wayss & Freytag. Die Erft wird zurzeit seitlich umgeleitet, um die Arbeiten zu erleichtern, später werden dort große Rohe eingesetzt, damit das Wasser unter der Treppenanlage wie gewohnt ins Hafenbecken fließen kann. Als Sahnehäubchen des Projektes könnte sich Bürgermeister Herbert Napp in Ergänzung der Brunnen und Wasserspiele in der Stadt im Hafenbecken bewegliche Fontänen vorstellen.

Das Ergebnis soll ein Näherrücken der Innenstadt ans Wasser sein — trotz des stark befahrenen Kreuzungsbereichs. Für den Chef der Stadthafen GmbH, Klaus Harnischmacher, ist die Hafenkopf-Gestaltung ein wesentliches Element der Entwicklung in diesem Bereich: "Angefangen vom Haus am Pegel über die Schulaula des Marienberg-Gymnasiums in einem Teil der Cretschmarhalle bis hin zum Hafenkopf und der Promenade, die bis zum UCI-Kinokomplex führen wird." Abrunden soll die Gesamtentwicklung auf der westlichen Seite des Hafenbeckens I die so genannte "Waterfront" mit dem vom Neusser Architekten geplanten Kopfgebäude und der Brücke über die Batteriestraße. Interessenten für dieses ehrgeizige Vorhaben gibt es, "Verhandlungen laufen", so Harnischmacher.

(NGZ)