Neuss: Christuskirche: Orgel ist zurück

Neuss: Christuskirche: Orgel ist zurück

Noch knapp drei Monate dauert es, dann wird die erneuerte Orgel mit neuem Klangbild in der Christuskirche erklingen. Sie wurde in Verl repariert und jetzt wieder an die alte Stelle gehievt.

Neuss Rund ein Jahr ist es her, seit Friedrich Kampherm große Teile der alten Kleuker-Orgel aus der Christuskirche ausgebaut hat. In seiner Orgelbauwerkstatt in Verl, südlich von Bielefeld, hat er seither mit seinen Mitarbeitern zahllose der alten Pfeifen repariert, ausgebessert oder ersetzt, neue Wände für den Windladen hergestellt und vieles andere erneuert. Seit Montag hat nun die letzte Phase der umfangreichen Renovierung und Modernisierung begonnen, mit der die Christuskirchen-Gemeinde ihre Orgel auf den neuesten Stand bringen lässt.

Emsig beschäftigt ist der Verler Orgelbauer derzeit, auf der Empore die neue Orgel aus erneuerten alten und vielfach auch komplett neuen Teilen einzubauen: "Die aufwändigste Arbeit ist letztlich die Intonation der einzelnen Pfeifen. Einen Teil der Arbeit konnten wir schon in der Werkstatt machen, aber letztlich müssen alle Pfeifen aufeinander abgestimmt werden," erklärt der Orgelbauer.

Insgesamt 2500 Pfeifen müssen eingebaut und intoniert werden, über 38 Register verfügt die modernisierte Orgel, das sind drei mehr als vorher. Aber was bedeutet das überhaupt? "Eine Orgel ist wie ein großes Orchester und die Register sind wie die Instrumente", erklärt Katja Ulges-Stein, die ab Oktober neue Kantorin der Christuskirchengemeinde sowie der Reformationskirchengemeinde sein wird. Wenn die Orgel wie geplant am 27. November, zum ersten Advent, mit einem Gottesdienst eingeweiht wird, wird sie über weitaus mehr klangliche Möglichkeiten verfügen als bislang. "Vor allem haben wir ihr Klangbild insgesamt verändert", erklärt Kampherm, "früher klang sie eher schrill und spitz. Nachdem sich einfach der musikalische Geschmack verändert hat, war das nicht mehr gefragt. Wir haben sie deshalb eher grundtöniger gemacht, das heißt, sie klingt nun voller und hat mehr klangliche Substanz."

  • Fotos : Orgel kommt wieder an ihren alten Platz

Komplett neu ist auch der sogenannte Spieltisch, das ist der Bereich, an dem Kantorin Ulges-Stein ab Dezember die Orgel spielen wird: "Wo früher elektrische Teile waren, ist nun Elektronik auf neuestem technischen Stand. Schließlich muss alles ja die nächsten fünfzig Jahre halten", erläutert der erfahrene Orgelbauer. Das ist ungefähr die Dauer, die seit dem Einbau der Orgel 1966 vergangen ist. "Nach fünf Jahrzehnten waren einige der elektrischen Teile verschlissen, der Windladen war undicht und brüchig und manche Teile waren gerissen. Insgesamt war die Renovierung dringend nötig", fasst Kampherm zusammen. "Natürlich hat die Orgel nun ein viel größeres Klangvolumen", freut sich die neue Kantorin.

Fast eine Viertel Million Euro kostet die Grunderneuerung der Orgel, für die die Gemeinde lange gespart und gespendet hat. Förderverein und Gemeindemitglieder haben viele Ideen zusammengetragen, um das nötige Geld aufzubringen: "Eine der Ideen war die der Pfeifenpaten", verrät Katja Ulges-Stein. Deren Namen sind auf der Rückseite der Pfeifen eingraviert.