China-Flüge - UWG im Kreis Neuss verliert Abstimmung und fühlt sich als Sieger

Kreisausschuss im Rhein-Kreis Neuss : China-Flüge - UWG verliert Abstimmung und fühlt sich als Sieger

Keine 24 Stunden nach einer ernüchternden Abstimmungsniederlage im Kreisausschuss fühlte sich Carsten Thiel doch noch als Sieger: Die chinesische Fluglinie Air China setzt ihre Direktflüge von Peking nach Düsseldorf bis Ende März aus.

Genau dieses Ergebnis verfolgte Thiel (UWG) als Fraktionschef angesichts der Ausbreitung des Coronaviruses mit seinem Antrag „Verbot zur Landung für Air China in Düsseldorf“. Die Kreisverwaltung sollte beauftragt werden, bei der Landesregierung durchzusetzen, dass Flugzeuge aus China nicht mehr am Düsseldorfer Flughafen landen dürfen, „solange das Coronavirus aktiv ist“. Carsten Thiel stimmte als einziger Abgeordneter für seinen Antrag von UWG/Die Aktive. Und nicht nur das. Sein Antrag wurde vom Sprecher der SPD, Rainer Thiel, als „populistisch“ zurückgewiesen. „Ihre Sorge ist ja berechtigt“, sagte der Sozialdemokrat, „aber Ihr Umgang mit dem Thema ist fragwürdig.“ Dirk Rosellen von der FDP fragte sich, ob „wir überhaupt zuständig sind“ und stufte den Antrag als widersprüchlich ein. Warum, so fragte sich Rosellen, solle ein Landeverbot für Maschinen aus China nur für Düsseldorf, nicht aber für den Flughafen Köln/Bonn gelten.

Hatte sich Carsten Thiel im Kreisausschuss noch über den Populismus-Vorwurf hörbar geärgert, so war er tagsdarauf wieder obenauf. Durch den freiwilligen Rückzug der chinesischen Airline, die dafür „kapazitive Gründe“ anführt, fühlt sich der UWG-Politiker bestätigt: „Für uns ist es unverständlich, dass für die Politiker des Kreisausschusses das Wohl der Bürger keine Rolle spielt.“ Die Aussagen seien „beschämend gegenüber den Bürgern, die sie gewählt haben“. Er freue sich aber, „dass zumindest die Fluggesellschaft einsichtiger ist als die Politiker im Rhein-Kreis Neuss“.

Landrat Hans-Jürgen Petrauschke hatte zuvor von einem Telefonat mit der Geschäftsleitung des Flughafens Düsseldorf berichtet. Darin sei deutlich geworden, dass es ja nicht nur Direktverbindungen mit China gibt, sondern auch Flüge der Linien Emirates und Etihad, die Düsseldorf und die Volksrepublik mit einem Zwischenstopp am Persischen Golf verbinden.