1. NRW
  2. Städte
  3. Neuss

Neuss: CDU will mehr Polizeipräsenz

Neuss : CDU will mehr Polizeipräsenz

Per Ratsantrag will die Neusser CDU das Sicherheitsgefühl der Bürger verbessern. Es geht um die Präsenz des Kommunalen Servicedienstes und der Polizei in der Innenstadt. Die sei gerade abends und nachts zu gering.

Eltern sprechen die beiden städtischen Mitarbeiter auf der Straße an, weil sie ihre Tochter seit zwei Tagen vermissen. Das soziale Umfeld, in dem sich die 15-Jährige bewegt, ist ihnen nicht bekannt.

Gegen Abend erkennen die Angestellten des Kommunalen Servicedienstes (KSD) das Mädchen anhand eines Fotos auf der Zufuhrstraße — ein Beispiel für das Einsatzgebiet des KSD.

Dessen Jahresbilanz 2010 wurde jetzt mit Zahlen vorgelegt, die die CDU-Ratsfrau Ingrid Schäfer zwar beeindrucken, aber: "Sie widersprechen meinen Empfindungen." Denn die stellvertretende Fraktionsvorsitzende kritisiert, dass KSD und Polizei "zu wenig Präsenz, gerade in den Abend- und Nachtstunden, zeigen. Die müssen in dieser Zeit mehr unterwegs sein".

Die CDU wird in der nächsten Ratssitzung am 18. November einen Antrag vorlegen, in dem sie unter der Prämisse "Ordnung und Sicherheit sind untrennbar mit Lebensqualität verbunden" die Verwaltung auffordern, zu prüfen, wie die Zusammenarbeit einzelner Dienststellen und vor allem Außendienste verbessert werden können.

Schäfer sagt: "Ich war von den nackten Zahlen, wie oft die Streifen unterwegs sind, begeistert. Aber sie decken sich nicht mit meinen Beobachtungen." Das sei wie beim Thema Sauberkeit, wo die Stadt von großen Anstrengungen spricht, der Bürger aber eine andere Wahrnehmung habe.

Seit der Kommunale Servicedienst 1998 ins Leben gerufen wurde, gehen nicht nur jeweils zwei KSD-Mitarbeiter Streife, sondern sind "gemischte Doppel" unterwegs: KSD und Polizei. Im Rahmen dieser Ordnungspartnerschaft gab es im Jahr 2010 im Innenstadtbereich 139 gemeinsame Fußstreifen.

Krankheitsbedingt waren es im Jahr zuvor nur 72 (2008: 99). Polizei-Sprecher Hans-Willi Arnold bezeichnet die Zusammenarbeit als "sehr gut". Er spricht von einem "deutlichen Rückgang" bei Körperverletzungen in der Öffentlichkeit und führt dies auch auf die Präsenz dieser Streifen zurück.

Wurden in den ersten drei Quartalen 2010 38 gefährliche Körperverletzungen gezählt, so sind es im gleichen Zeitraum dieses Jahres 22. Eine, wie von Schäfer behauptet, geringere Präsenz der Polizei gebe es nicht. Arnold: "Wir haben zusätzlich eine hohe Präsenz von Zivilstreifen, auch nachts." Auch Uwe Neumann vom Ordnungsamt der Stadt, lobt die "reibungslose" Kooperation.

CDU-Ratsfrau Schäfer bleibt hartnäckig: "Wenn ich mal für eine Veranstaltung nach Hilfe des KDS frage, heißt es, die arbeiten abends nicht. Wir leben in einer Dienstleistungsgesellschaft, da muss man sich den Erfordernissen anpassen."

(NGZ)