Rhein-Kreis Neuss: CDU will mehr Gewerbe- und Wohnbauflächen

Rhein-Kreis Neuss : CDU will mehr Gewerbe- und Wohnbauflächen

Harald Zillikens lobt den Regionalrat, der am Donnerstag mit breiter Mehrheit einem CDU-Antrag folgte, mehr und vor allem "die richtigen" Flächen für Gewerbe und Wohnungsbau im Regierungsbezirk auszuweisen. "Das geht in die richtige Richtung", sagte der Jüchener Bürgermeister Donnerstag vor der Presse in Neuss. Für seine Gemeinde sei zuvor ein Überhang von 22 Hektar an Gewerbeflächen ausgewiesen worden: "Das ist mehr Grund und Boden als wir überhaupt noch zur Verfügung haben."

Der jüngste Gebietsentwicklungsplan (GEP) stammt aus dem Jahr 1999. Er beschreibt über kommunale Grenzen hinweg die mögliche Entwicklung von Lebens- und Wirtschaftsräumen in einem Gebiet. Der "GEP 99" soll als Regionalplan aktualisiert werden. Das Verfahren läuft und schließt ein sogenanntes Siedlungsmonitoring ein. Dessen Ergebnisse lösten zuletzt einen Aufschrei unter den Kommunen — auch im Rhein-Kreis — aus. Nach diesen Plänen hätte der Rhein-Kreis Neuss einen deutlichen Überhang zu verzeichnen — und zwar 233 Hektar Gewerbe- und 55 Hektar Wohnfläche.

Für Lutz Lienenkämper, den Vorsitzenden der Neusser Kreis-CDU, wurde dieser "Entwicklungsverhinderungs-Entwurf" jetzt durch eine CDU-Initiative im Regionalrat gestoppt. Richtig ist jedenfalls, dass Donnerstag ein Änderungsantrag der CDU mit Unterstützung der FDP und der SPD im Regionalrat verabschiedet wurde, der festlegt, dass die Belange der Kommunen in den "quantitativen Festlegungen angemessen zu berücksichtigen" sind und "im Verfahren einvernehmlich abgestimmt werden" sollen. Für Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, Vorsitzender des Regionalrates, ist es somit möglich, "bedarfsgerechte Flächenreserven" auszuweisen. "Wir sind ein Kreis mit wachsender Einwohnerzahl", sagt Jürgen Steinmetz, der Allgemeine Vertreter des Landrates, "und wir sind ein wirtschaftlich prosperierender Raum."

Jüchens Bürgermeister Zillikens erinnert daran, dass seine Gemeinde erfolgreich Logistikunternehmen ansiedelt, die große Flächen benötigen: "NRW und insbesondere der Niederrhein dürfen nicht auf ein Transitland reduziert werden. Mit Logistikunternehmen haben wir Anteil an der Wertschöpfung." Und: "Wenn wir's nicht tun, dann tun's die Niederländer."

(NGZ/ac)
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