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Neuss: CDU: Mit Rüttgers gewinnen

Neuss : CDU: Mit Rüttgers gewinnen

21 Tage vor den Landtagswahlen starteten die drei CDU- Direktkandidaten mit einer gemeinsamen Kundgebung in die heiße Phase. Gastredner war Ministerpräsident Jürgen Rüttgers. Seine Botschaft: "Wir schaffen das."

"Wir schaffen das": Ein einziger Satz, von Ministerpräsident Jürgen Rüttgers eingetragen ins Gästebuch der Neusser CDU, fasste Anlass und Aussage des CDU-Wahlkampfauftaktes am Samstag im Rennbahnpark zusammen. Drei Wochen vor der Landtagswahl startete die Union mit ihren drei im Kreisgebiet antretenden Direktkandidaten in die heiße Phase im Kampf um die Wählergunst. Geschlossenheit zeigen, Mut machen: Das sollte die Veranstaltung. Und Rüttgers, der die Entscheidung "auf des Messer Schneide" sieht, packte die nötige Portion Zuversicht oben drauf: "Wir haben fünf Jahre gut regiert, das bestreitet im Land niemand — außer der Opposition."

Blau war der Himmel an diesem Samstag, frei von Wolken aber auch von Kondensstreifen irgendwelcher Flugzeuge. Und während sich die eigentlich als Hauptrednerin angekündigte Bundeskanzlerin Angela Merkel von Lissabon aus nach Hause durchschlug, feierte die Region ein fluglärmfreies Wochenende. Die Hoffnung der CDU, die Menschen aus Neuss und Umgebung würden das bei ihr tun, erfüllte sich nicht. Statt der auch nach der Merkel-Absage noch erhofften 2000 kamen nur gut 500 Gäste zur Kundgebung. Das geplante Familienfest fiel aus, die Mühe der Organisatoren wurde nicht belohnt.

Ministerpräsident Jürgen Rüttgers, kurzfristig als Hauptredner eingesprungen und von der Eröffnung der Landesgartenschau im sauerländischen Hemer nach Neuss geeilt, konnte leisere Töne vor einem Publikum anschlagen, dass mehrheitlich CDU-nah war. Und um das Häuflein so genannter Flashmobber, die seine Rede durch permanentes Klatschen zu stören versuchten, musste er sich nicht bemühen. Sie störten, als er für eine Novelle der Hartz-IV-Regelungen warb und die soziale Marktwirtschaft verteidigte, als er vor einer Einheitsschule und einer rot-roten-Zusammenarbeit warnte, störten, als er die Vision von NRW als umweltfreundlichster Industrieregion in Europa entwickelte, und wollten auch nicht hören, als er die Erfolge eiger Schul- und Wirtschaftspolitik betonte.

In den Stunden vor Rüttgers Rede (deren Ende um 16.15 Uhr auch das frühe Ende des Familienfestes markierte), holte Moderator Marc Pesch eine Vielzahl von Interviewgästen auf die Bühne. Sie sorgten für ein farbiges und informatives "Vorprogramm". Robert Hilgers vom Musikverein Holzheim und Ralf Linnartz vom Bundestambourkorps Novesia etwa erinnerten an eigene Erlebnisse bei früheren Kanzlerauftritten, der ehemalige Landes- und Bundespolitiker Heinz Günther Hüsch, um einen Vergleich all jener Kanzler gebeten, die er als Abgeordneter erleben durfte, plauderte amüsant und amüsiert: "Ich habe bei Helmut Kohl noch eine Einladung auf eine Tasse Kaffee gut. Und das ist immer mindestens mit einer Flasche Wein verbunden."

Katharina Schneider und Kirill Malzev von der Jungen Union Neuss wiederum durften ihre Erwartungen an ihren Kandidaten Jörg Geerlings artikulieren, der wiederum im Interview Sympathiepunkte sammeln konnte. Für ihn warf sich auch Hermann Gröhe in die Brust, Bundestagsabgeordneter in Neuss und Generalsekretär der Bundes-CDU. Für ihn sei es eine Ehrensache Wahlkampf an der Seite von Jörg Geerlings zu machen. Dieser, "verankert in der Bürgerschaft", präge die Politik in Neuss entscheidend mit und habe Anteil daran, dass "die Stadt in schweren Zeiten auf Kurs gehalten" wurde.

">VIDEO: CDU-Wahlkampf mit Hermann Gröhe und Jürgen Rüttgers

Hier geht es zur Bilderstrecke: Jürgen Rüttgers beim CDU-Wahlkampfauftakt in Neuss

(NGZ)